Vychodni Morava Chřiby - vergessene Strecken
#1
In der Hügellandschaft zwischen Brno, Hodonín und Gottwaldov/Zlín sind in den letzten Jahrzehnten eine Reihe von Lokalbahnen ausradiert worden, von denen zwei (Kyjov/Mutěnice und Ždánice) sowie eine dritte, die noch heute betriebsbereite Strecke nach Koryčany, im Oktober 2006 mit dem 820er aus Brno während einer schönen Tagesfahrt bereist wurden.



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Nach 50 km Fahrt – 7:40 Uhr ausgehend mutmaßlich von einem zweitrangigen Depo(teil) am Unteren Bahnhof Brno; ich kann   es nicht mehr rekapitulieren - entstanden in Nemotice die ersten Bilder.




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Mouchnice an der kurzen Lokalbahn nach Koryčany.





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Der Tw ist bereits in der Einfahrt zum Bahnhof Koryčany zum Halten gekommen. Ich habe keine Erinnerung mehr an die Bahnanlagen und Hochbauten, alte Luftbilder verraten, dass zum damaligen Zeitpunkt das Bahnhofsgebäude und ein großer Güterschuppen noch vorhanden gewesen sein muss, rücklings des Fotografen.




Alles auf der Stadtseite ist heute abgeräumt, stattdessen ist der Holzlagerplatz heute bis ans Gleis und über die geschleiften Gebäude ausgedehnt. Auf der anderen Gleisseite ist aber immer noch das Lokhäuschen existent und die Gleise führen noch einge Hektometer weiter zum Anschluss Koryčanský Nábytek.




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Der vertrocknete Stempel lagert vielleicht noch heute beim přednosta in Nemotice.





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Der Vollständigkeit wegen das schon an anderer Stelle gezeigte Bild der Ausfahrt von Gaya nach Mutěnice oder Bzenec.





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Rückblick nach Gaya und zum Chřiby, den ich vor 3 Jahrzehnten auf einer tagesfüllenden Januartour von Zdounky nach Koryčany durchquert habe.





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Zwischenhalt in Svatobořice




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und in Dubňany




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Zusammentreffen mit der richtigen Eisenbahn in Čejč hier mit 810290




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Fahrtrichtungswechsel in Klobouky





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Warten in Uhřice – auf den Gegenzug





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Vorbei am Teich von Želetice





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In Ždánice begrüßte viel Publikum den allerletzten
Triebwagen.




 [Bild: 015-071006-820113-drax2k63.jpg][Bild: 010-071006-820113-tervnkw0.jpg]


Auf der Rückfahrt wurde in Dražůvky und bei Terezín - hier zwangsweise – gehalten.




Ja, nach der langen Reise schwächelte der Triebwagen zunehmend und die Maschinisten hatten spürbare Mühe den Wagen bis Zaječí zu bringen, wo selbiger an die Seite genommen wurde und die meisten Fahrgäste sich freundlich bedankten und verabschiedeten und den MOs 17:08 zur schnellen Fahrt nach Brno nutzten.




Ebenso wie die Strecke Gaya-Mutěnice ist die Ždánicer Strecke heute ab Uhřice abgebaut. Wie in Koryčany sind die Bahnhochbauten (16H?) in Ždánice komplett abgerissen worden, der Personenverkehr endete bereits 1998 und für fünf Jahre wurde noch der Industrieanschluss in Ždánice bedient. Insofern war diese Fahrt tatsächlich Ultimo und drei Tage später wurde der Abschnitt ab Uhřice stillgelegt.




Ältere Fahrpläne führen zwischen Klobouky und Ždánice noch die Haltepunkte Bohumilice – 2,5 km frei im Felde gelegen und demzufolge nur auf Feldwegen zu erreichen – und Věteřov.


[Bild: dsc092072wakpb.jpg]







[Bild: dsc0920829qjkt.jpg]



Fahrpläne von 1959 und 1948, alle Bilder von mir







Grüße zur Nacht
Folgende Nutzer haben sich bei astrachan für diesen Beitrag bedankt:
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#2
Herzlichen Dank für diesen Streifzug! Ja, das Stationsgebäude von Ždánice / Steinitz war vom Baumuster 16/H - umso wertvoller Deine Aufnahme! Die ist gesetzt für das Dir bekannte Projekt. Erbaut wurde das Gebäude im Standardtyp mit vorgebauter Veranda im Jahre 1908 von der Lokalbahn Saitz – Czeicz – Göding.

Grüße,
Joachim
[Bild: logo_cd_100letspolj7q14.jpg]
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#3
Auch von mir ein herzliches Dankeschön für das Auffrischen der Erinnerungen an diesen gelungenen Tag im Mährischen. Die Sonne hielt bis zur Rückfahrt durch, erst bei den letzten Aufnahmen hatte sie sich hinter einem Vorhang versteckt. Mit etwas Glück finde ich in meinem Saustall die Reiseunterlagen, dann kann ich unseren Startbahnhof rekonstruieren. Im Gefängnis hat man ja viel Zeit.

Ahoj
Daniel
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#4
Guten Morgen!

Am frühen Morgen so einen schönen Bericht entdecken, das ist doch ein Tagesanfang! Und so ein Bericht regt dazu an, selber in alte Kursbücher zu schauen, Details zu entdecken, zum Beispiel im Jízdní řád 1993-1994, Kyjov–Mutěnice, das Fahrplanfeld erstmals unter 257, auf der Übersichtskarte aber noch unter der alten Nummer 341 eingezeichnet.

Danke!

Gruss
Alex
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#5
Hallo ins ferne Astrachan,

mein Notizbüchlein weist für den 7.10.2006 große Lücken auf, aber ich nutzte wohl die Chance, unsere Zugnummern aus den Fahrplanunterlagen zu übernehmen.

Alle Züge verkehrten als zvl. MOs bzw. zvl. Os (ev. auch als vlec?), jedenfalls lassen die vergebenen Zugnummern diesen Rückschluß zu. Woher die scheinbar willkürlichen Zuglaufbrüche rühren, müssen die Experten klären.

39218 Brno dolní n. - Kyjov
39219 Kyjov - Svatobořice
39218 Svatobořice - Mutěnice
39219 Mutěnice - Čejč - Ždánice - Čejč
39218 Čejč - Brno hl.n.

Stetige Gesundheit, bloß nicht dem Mut verlieren!
Daniel
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