Bericht zum Unfall am BÜ in Prag (mL)
#1
Leider hat sich mal wieder ein schwerer BÜ-Unfall ergeben, indem es einen 471 erwischt hat.
In einen Link von einer Facebbokseite ist ein Bericht zu dem Unfallhergang. Leider kann ich kein Tschechisch, so dass ich nicht sagen kann worüber genau berichtet wird. Es werden jedenfalls auch die Aufräumarbeiten und der Unfallhergang gezeigt.

Traurig, aber wahr.......
[Bild: forum121aaadsc_0165nmjnq.jpg]

"Zwei hübsche Mädchen"   Cool 
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#2
Hallo HaMaSchmid,

das ist kein neuer Unfall, sondern die Aufnahme des kürzlichen Unfalls bei Praha-Uhřiněves, wo ein Serbe mit seinem LKW zwischen den geschlossenen Schranken stehen geblieben war. Nach der Vorbeifahrt eines Zugs waren die Schranken hoch gegangen, aber das rote Blinklicht war nicht erloschen. Der Serbe hatte fälschlicherweise gedacht, wenn der Zug durch ist, kommt nichts mehr und hatte den Übergang trotzdem befahren. Darauf weisen die Niederländer an jedem Bahnübergang wie hier https://www.youtube.com/watch?v=LtonQ0RVX3g mit dem blauen Schild extra hin ("Sei wachsam, bis das rote Licht erloschen ist - es kann noch ein Zug kommen").
In dem Facebook-Eintrag geht es darum, was sollte man tun, wenn man Zeuge von so einem Vorkommnis wird ?
Die Botschaft des Videos lautet : Jedenfalls nicht glotzen und den Vorgang filmen oder hinrennen und versuchen, den Schrankenbaum hoch zu heben, weil schon nach 9 s ein Zug kommen kann, sondern umgehend die 112 anrufen.
Viele Unfälle hätten durch Anrufe bei der 112 schon verhindert werden können. Die Hotline-Mitarbeiter wissen, was zu tun ist, nämlich umgehend die Bahn zu informieren, wo möglicherweise ein Mitarbeiter mit der Funktion General Stop sämtliche Züge zum Halten bringen kann.
Gruß aus Weixdorf vom Bahnsteig
Seid nett zueinander  Heart
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#3
Guten Nachmittag zusammen,

das Glück im Unglück hatte der Lokführer, dem es gelang den dann völlig zerstörten Bereich noch zu verlassen - die Feuerwehrleute sprachen von einem Wunder.

Irgendwo stand in den Beiträgen auch eine Aufforderung an Kraftfahrer, die von den Schranken eingeschlossen werden, Gas zu geben und durch die Schranken durch zu brechen, da diese entsprechend konstruktiv ausgelegt seien.

Na ja, der Herr Kfz-Lenker wird wohl ein Verfahren bekommen ...

Grüße vom

Prellbock
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#4
Guten Nachmittag werte Leser,

es scheint so, als ob der Unglücks-fant zurückkommen solle - Beitrag vom heutigen 20.12. - "Die Bahn repariert den Elefanten, der auf dem BÜ in Uhříněves beschädigt wurde. Die Kosten werden auf 50 Mio. geschätzt".

Die ČD schrieben ein Auswahlverfahren aus, dessen Gegenstand die Reparatur einer Einheit CityElefant ist (471 065). Diese wurde bei dem septemberlichen (solche Konstrukte gefallen mir, auch wenn in unseren Zunge nicht korrekt) Zusammenprall mit einem Lkw auf dem BÜ im Prager Uhříněves beschädigt. Die Kosten für die Reparatur schätzt die Bahn auf 50 Mio. Kronen, was die ursprünglichen Gesamtschadensschätzungen der Bahninspektion übersteigt.

"Der Schaden wird standardgerecht der Versicherung des Schuldigen gemeldet und wir nehmen an, dass es wie in anderen Fällen von der Versicherung gedeckt wird. Wir sind in Kontakt mit der Versicherung," sagte der Sprecher der ČD, Radek Joklík. Bei dem Zusammenprall wurde die ganze Einheit beschädigt, vor allem aber der Triebwagen.

"In Anbetracht der nicht ausreichenden betrieblichen Reserve der ET-Einheiten der Reihe 471, die nach dem Gewaltschaden der Einheit471 065 noch niedriger ist, kommt es zu operativen Anpassungen im Umlauf der Einheiten und geschwächten Zugbildungen (anstelle von 2 gekuppelten Einheiten wird nur eine eingesetzt). Diese Lösung ist jedoch langfristig nicht akzeptabel, besonders aufgrund möglicher Strafen für nicht eingehaltene Zugbildung," schreibt die Bahn in der Bekanntmachung im Anzeiger der öffentlichen Aufträge.

Zum Zusammenprall kam es am 6. September. 8 Menschen wurden dabei verletzt und der Zug mit ca. 220 Reisenden entgleiste. Erste Schätzungen sprachen davon, dass der Schaden am Zug, der Strecke und dem Lastwagen ca. 35 Mio. Kronen beträgt.


Link zu zdopravy

Grüße vom

Prellbock
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#5
Der Serbe versucht sich nun herauszureden, er sei auf dem Bahnübergang in Ohnmacht gefallen : https://zdopravy.cz/srbsky-ridic-kamionu...omi-40213/
Zeugen widersprechen dem, außerdem soll er Ruhezeiten nicht eingehalten haben und auf der Fahrt von Serbien nach Tschechien 23 Verkehrsverstöße wie Überschreitung der Geschwindigkeit und Fahren über für LKW gesperrte Straßen begangen haben.
Gruß aus Weixdorf vom Bahnsteig
Seid nett zueinander  Heart
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#6
(17.09.2019, 16:45)wxdf schrieb: Die Botschaft des Videos lautet : Jedenfalls nicht glotzen und den Vorgang filmen oder hinrennen und versuchen, den Schrankenbaum hoch zu heben, weil schon nach 9 s ein Zug kommen kann, sondern umgehend die 112 anrufen.
Viele Unfälle hätten durch Anrufe bei der 112 schon verhindert werden können. Die Hotline-Mitarbeiter wissen, was zu tun ist, nämlich umgehend die Bahn zu informieren, wo möglicherweise ein Mitarbeiter mit der Funktion General Stop sämtliche Züge zum Halten bringen kann.

Das halte ich zwar für eine sinnvolle Botschaft aber der Hinweis auf das Verlassen des BÜ-Bereichs mit aller Gewalt halte ich für den wichtigeren Tipp. Denn alleine die Abklärung in welchem Streckenbereich sich das steckengebliebene Fahrzeug befindet verbraucht meiner Erfahrung nach ganz gewaltig mehr als die zitierten 9 sek. Dazu müssten die den Notruf empfangenden Mitarbeiter auf diesen  (Un)Fall top trainiert sein um sofort den zuständigen Fdl auswählen zu können. Oder haben sie selbst Zugriff auf den erwähnten General-Stop?
Optimal wäre ein "Not-Ausschalter" direkt am BÜ, natürlich gut sichtbar (ggf. sogar mehrfach) und einfach bedienbar. Wahrscheinlich scheut man sich allerdings angesichts der Mißbrauchsgefahr vor so einer Einrichtung und trägt lieber das Restrisiko. In den meisten Fällen zieht ja wenigstens der den Unfall verursachende Straßennutzer den wesentlich Kürzeren...

Übrigens, wie man dem hier erwähnten Unfallverursacher die 23 Verkehrsverstöße zuordnen konnte bleibt mir ein Rätsel. Bzw. warum er mit diesen auf dem Kerbholz überhaupt noch auf Achse war.
_____________[Bild: kufr.gif]____________
                      ==== Alois N. =====
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#7
(14.01.2020, 08:25)Alois Nebel schrieb: ...

Übrigens, wie man dem hier erwähnten Unfallverursacher die 23 Verkehrsverstöße zuordnen konnte bleibt mir ein Rätsel. Bzw. warum er mit diesen auf dem Kerbholz überhaupt noch auf Achse war.

Hallo,

die Frage ist durchaus berechtigt.
Nimmt man alles Gute bezüglich der Rechtschaffenheit eines Mediums bzw. der Information zusammen, könnten diese Verstöße auf dem Fahrtenschreiber nachvollziehbar sein. Eine lange Strecke bei einem durchschnittlich ignoranten Fahrer läßt diese Zahl jedenfalls gut vorstellbar erscheinen.
Zum Vergleich: jeder prüfe mal selbstkritisch, wenn er 500 km abseits von Autobahnen unterwegs ist, wie oft er zu schnell, noch bei "Dunkelgelb" an der Ampel vorbeifährt oder bei "Stop" sich (nicht) völlig vorschriftsgemäß verhält. Manches davon ist im Nachhinein nicht nachweisbar, anderes schon, wenn es Fahrtenschreiber gibt.


Gruuß
217 055
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