[CZ] Im Altbau durch den böhmisch-mährischen Spätsommer - Teil 3/3 (m16B)
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Teil 1: [CZ] Im Altbau durch den böhmisch-mährischen Spätsommer (m24B)
Teil 2: [CZ] Im Altbau durch den böhmisch-mährischen Spätsommer (m30B)

17.09.2023

Uns hielt es nicht länger als nötig in der Unterkunft und nach einem Abstecher zum Supermarkt für das Frühstück, waren wir rechtzeitig am Bahnhof. Wir wollten unsere Reise auf der Linie R11 in Richtung Plzeň fortsetzen. Erster Zug des Tages sollte der R 626 „Rožmberk“ werden. Am Wochenende begann der Zug erst in České Budějovice und war daher bereits am Bahnsteig bereitgestellt. Er bestand durchweg aus fünf Bautzener Abteilwagen und war mit ČD 242 213 bespannt, Altbau pur von der Spitze bis zum Schluss. Im Wagen 370, einem B 249 (CZ-ČD 51 54 20-41 755-9, Bautzen 1983) machten wir es uns gemütlich.

Das Wetter zeigt sich herbstlich nebelig, die Sonne schaffte es aber immer mehr sich durchzusetzen. Der Zug verkehrte auf Grund von Bauarbeiten nur bis Nepomuk, ab da bestand Schienenersatzverkehr bis Plzeň. Wie erwartet war die Auslastung am Sonntagmorgen gering, wir hatten für die Fahrt ein Abteil für uns allein. Die Abfahrt erfolgte pünktlich 08:03 Uhr parallel mit dem R 631 „Rožmberk“ nach Jihlava. Kurz hinter dem Bahnhof tauchten wir wieder in eine dichte Nebelfront ein. Der Wechsel aus teilweise sehr dichtem Nebel und Sonnenschein sollte bis vor Strakonice anhalten, ab da schien die Sonne vom blauen Himmel.

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ČD 242 213 stand mit dem R 626 „Rožmberk“ nach Nepomuk bereit.

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Parallelausfahrt mit R 631 „Rožmberk“ nach Jihlava. Mit diesem Halbgepäckwagen BDs 450 (CZ-ČD 50 54 82-40 107-0) waren wir am Vorabend angekommen.

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Gleich verschwanden beide Züge in einer dichten Nebelfront.

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Herbstliche Stimmung in Protivín.

Der Schienenersatzverkehr zwischen Nepomuk und Plzeň konnte uns egal sein, denn wir stiegen 09:07 Uhr nach 77 Kilometern in Horažd‘ovice Předměstí aus. Zum Fahrplanwechsel 2023 geht der Betrieb auf der Strecke nach Klatovy an GW Train Regio über. Diese wird dann Stadler RS1 auf der Strecke einsetzen. Wir wollten sie noch einmal mit der ČD am Übersetzfenster bereisen. Am Bahnsteig stand ČD 814 112 als Os 17508 nach Klatovy bereit.

Bis Strakonice nutzten wir eine ČD-Fahrkarte für einen Erwachsenen für 89 Kč (3,67 €) und einen Senior 65+ für 44 Kč (1,82 €). Ab Strakonice waren wir dann mit einem vierstündigen Verbundticket des IDPK für 82 Kč (3,39 €) für einen Erwachsenen und 33 Kč (1,36 €) für einen Senior 65+ unterwegs.

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ČD 814 112 stand als Os 17508 in Horažd‘ovice Předměstí bereit.

Drei Minuten nach unserer Ankunft setzte sich der Triebwagen 09:10 Uhr in Bewegung. War er am Anfang noch leer, änderte dies sich direkt beim ersten Halt in Horažd’ovice. Die Fahrt führte über eine landschaftlich schöne Strecke. Bei Úd’loh wird ein Tal im großen Bogen ausgefahren. Auf der anderen Talseite konnten wir während unserer Fahrt schon den Gegenzug sehen, mit welchen wir wenig später in Nemilkov kreuzten.

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Auf der anderen Talseite war der Gegenzug mit ČD 814 015 als Os 17509 zu sehen.

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Nemilkov, eines der vielen gepflegten Empfangsgebäude an tschechischen Gleisen.

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Noch ein Blick von der anderen Talseite. Oben rechts kommt die Strecke aus dem Wald.

Klatovy erreichten wir nach 58 Kilometern 10:26 Uhr mit 4 Minuten Verspätung. Hier hatten wir direkt Anschluss an den Sp 1703 „Berounka“ nach Rokycany ab Bahnsteig gegenüber. Der Zug war aus ehemaligen ÖBB-Abteilwagen gebildet und im Wagen 369, einem Bmz 235 (CZ-ČD 61 54 21-91 719-1) fanden wir ein freies Abteil. Wir mussten noch kurz auf den Gegenzug warten und setzten 10:30 Uhr, 2 Minuten nach Plan, unsere Reise in Richtung Plzeň fort.

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Mit ČD 814 112 waren wir nach Klatovy gekommen und setzen bahnsteigleich mit ČD 362 081 und dem Sp 1703 „Berounka“ unsere Reise fort.

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Ankunft in Plzeň mit Blick auf das Westböhmische Museum und die St.-Bartholomäus-Kathedrale.

Plzeň hl.n. hatten wir 50 Minuten später erreicht und stiegen aus. So langsam machte sich ein Hungergefühl im Bauch breit, das Frühstück war ja wieder etwas sparsam ausgefallen. Ein wenig mussten wir aber noch auf das geplante Mittagessen warten. An Wochenenden verkehrt der IC 512 statt eines Pendolino als Wagenzug mit vollwertigen Speisewagen in Richtung Bäderregion. Planmäßig ist dabei einer der drei noch vorhandenen WRmee 814 eingereiht. Der Zug war am Morgen in Bohumín gestartet und kam 3 Minuten vor Plan 11:55 Uhr in Plzeň hl.n. eingefahren.

Leider gab es Abweichungen in der Wagenreihung. Statt des Speisewagen war mit dem ARmpee 829 (CZ-ČD 61 54 85-71 121-1) einer dieser merkwürdigen 1. Klasse-Bistrowagen eingereiht. Zu meiner Überraschung war aber der komplette Wagen als Speisewagen in Betrieb, inklusive drei statt einer Person Besatzung. So hatten wir keine Probleme einen freien Tisch zu finden. Pünktlich 12:05 Uhr setzte sich der Zug wieder in Richtung Bäderregion in Bewegung.

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Einfahrt des IC 512 mit ČD 193 687 in Plzeň hl.n..

Wir bestellten eine Gulaschsuppe sowie Hähnchenschnitzel mit Kartoffelsalat und Zucchinitaler. Mit zwei Bier und einem Softtrink bezahlten wir 578 Kč (23,92 €).

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Gulaschsuppe, Hähnchenschnitzel mit Kartoffelsalat und Zucchinitaler.

Wegen Bauarbeiten verkehrte der Zug statt bis Františkovy Lázně nur bis Cheb. Bis Planá u Mariánských Lázní nutzten wir noch unsere IDPK-Fahrkarten, hier waren die 4 Stunden um. Weiter bis Cheb reisten wir dann mit ČD-Fahrkarten für einen Erwachsenen für 87 Kč (3,60 €) und einen Senior 65+ für 43 Kč (1,78 €).

Wir überlegten, welchen Weg wir von Cheb nach Hof nehmen sollten. Da wir mittlerweile Verspätungsminuten gesammelt hatten, war der RE 5286 bis Marktredwitz keine Option mehr. Zudem galt da der günstige MPS-Länderbahn-Tarif nicht. Mit der nächsten Oberpfalzbahn wäre es nur ein 3 Minuten Übergang in Marktredwitz geworden, dies war uns zu knapp. So entschieden wir uns als entspannteste Variante doch für den Schienenersatzverkehr bis Aš. Wir erreichten Cheb 13:34 Uhr mit 7 Minuten Verspätung. Am Bahnhofsvorplatz standen fünf Busse für den IC 512 bis Františkovy Lázně und ein Bus für den Os 20878 nach Aš bereit.

Bis alle anreisenden Kurgäste in den Bussen verstaut waren, dauerte es etwas und so setzte sich der Schienenersatzverkehr-Korso 13:45 Uhr in Bewegung. Bis Františkovy Lázně war auch unser Bus bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Die Fahrt nach Aš dauerte insgesamt 35 Minuten. In Aš angekommen war die Ausschilderung etwas dürftig und wir sind erst einmal in die falsche Richtung gelaufen. Der Triebwagen nach Hof war von der Straße nicht zu sehen. Schließlich hatten wir ihn durch den Hinweis eines anderen Reisenden gefunden und 14:22 Uhr, mit 14 Minuten Verspätung, fuhren wir mit einer Handvoll anderer Reisender in Richtung Hof ab. Auf Grund großzügiger Fahrzeiten erreichten wir Hof 14:56 Uhr mit noch 8 Minuten Verspätung.

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DLB 650 076 hatte uns von Aš nach Hof Hbf gebracht.

In Hof hatten wir nun entspannt Zeit für den Umstieg. Mit dem RE 74025 der Mitteldeutschen Regiobahn nach Dresden Hbf fuhren wir pünktlich 15:28 Uhr ab.

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1440 712 und ein Dreiteiler war für die Leistung des RE 74025 eingeteilt und warteten in Hof Hbf auf die Abfahrt.

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Blick von der Göltzschtalbrücke in Richtung Reichenbach im Vogtland.

Den Chemnitzer Hauptbahnhof erreichten wir nach 145 Kilometern 17:06 Uhr mit 3 Minuten Verspätung.

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Vier Citylinks auf einen Streich am Hauptbahnhof. Im Hintergrund 690 437 als C15 zur Zentralhaltestelle, sowie 690 440 als Ersatz für 690 434 (rechts),
dessen Fahrt im Hauptbahnhof endete, nach Burgstädt und 690 435 zum Technopark.


Die letzte Etappe unserer Rundfahrt war dann die Fahrt 17:35 Uhr mit der City-Bahn in Richtung Mittweida bis Chemnitz-Kinderwaldstätte. Nach exakt 500 Tages- und 1.838 Gesamtkilometern hatten wir 17:40 Uhr den Ausgangspunkt unserer Rundreise wieder erreicht. Es war wieder eine sehr schöne Rundfahrt zum 10-jährigen Jubiläum unserer Ausflüge ins Nachbarland bei bestem Spätsommerwetter gewesen. Wir haben die Fahrten am offenen Fenster im Altbau-Fahrzeug ausführlich genossen. Die Modernisierung des tschechischen Fahrzeugparks schreitet weiter voran. Mit Inbetriebnahme der neuen ComfortJet-Wagen ab 2024 werden die Bautzener Abteilwagen weiter verschwinden. Wer weiß, wie lange man noch am Übersetzfenster durch das Nachbarland reisen kann?

Wir hatten noch nicht genug. Genau eine Woche später gingen wir noch einmal auf kleine Rundfahrt, um unsere Nase aus dem Übersetzfenster zu hängen.

Ich hoffe, der Reisebericht hat gefallen.

Grüße
Stefan
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