Bei Arriva brennt wohl der Baum (m. 1 Link)
#1
Guten Nachmittag werte Leser,

irgendwie hat Arriva mehr Probleme, als ich dachte - Beitrag vom heutigen 27.12. - "Arriva stellt die Eisenbahnverbindung zwischen Prag und Nitra ein, es fehlen ihr Züge".

Die Gesellschaft Arriva vlaky stellt ab 30.12. ihre Direktverbindung von Prag nach Nitra ein. Schon seit letzter Woche ersetzten Busse die Züge wegen nicht ausreichender Garnituren für die neuen Linien, am vorletzten Tag des Jahres werden sie zum letzten Mal fahren.

Die Einstellung gab Arriva auf ihrer Webseite bekannt. Die letzte Verbindung fährt am Montag den 30.12. mit Abfahrt um 06:36 Uhr von Nitra. Von Prag wird die Linie zum letzten Mal am Sonntag, den 29.12. um 14:14 Uhr fahren.

Laut der Firma wird es sich um eine Aussetzung für einige Wochen handeln, ggw. spricht sie von einer Rückkehr im Frühjahr. "Wir werden den Zeitraum Jan/Feb, wenn weniger Reisende fahren, zur Stabilisierung unseres Fahrzeugparks und zu erforderlichen Reparaturen und Ergänzungen unserer Zugflotte nutzen. Wir haben diesen Zeitraum gewählt, weil wir wissen, dass es die geringste Anzahl der Reisenden berührt," sagte die Firma in einer Erklärung. Reisenden mit einer Fahrkarte nach dem 30.12. wird das Geld erstattet.


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#2
Tja. Hierzulande bringen die sog. Privaten die Neuaufnahme von Strecken nicht hin.....in Tschechien ist es die gute, alte DB, Verzeihung „a db company“ natürlich  Wink
Achtung! Lesen gefährdet die Dummheit! Rolleyes
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#3
Der Prellbock kann gleich mit der Übersetzung fortfahren : https://zdopravy.cz/pozdni-pristaveni-vl...vad-39553/

[Bild: railpage_PF2.jpg]

Arriva weiß gar nicht, was die Reisenden so alle haben. Steht doch rechts unten (Es ist) eine Freude, zu verreisen Big Grin
Gruß aus Weixdorf vom Bahnsteig
Seid nett zueinander  Heart
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#4
Moin, 

leider nicht. Erst familiäre Verpflichtungen,  dann sehe ich mich gezwungen mit Kumpels einen Naschen zu gehen. Termine, Termine.  Big Grin

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Prellbock
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#5
(27.12.2019, 18:39)Prellbock schrieb: Moin, 

...,  dann sehe ich mich gezwungen mit Kumpels einen Naschen zu gehen.   Big Grin
Prost Solchem Zwang komme ich meist freiwillig nach. 
Laß Dir die Naschereien schmecken! So wichtig ist die Dokumentation des Sterbens der einst besten Bahn nicht. Sad

Werde morgen mal passenderweise nach Schluckenau gucken, wer weiß wie lange Arriva dort hin fährt.


Ein schönes (letztes 2019er) Wochenende 2019 wünscht Alois N.
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#6
(27.12.2019, 15:56)Prellbock schrieb: ... Wir haben diesen Zeitraum gewählt, weil wir wissen, dass es die geringste Anzahl der Reisenden berührt," sagte die Firma in einer Erklärung. ...

Immer diese Versuche das Volke hinter's Licht zu führen! [Bild: talker.gif] Neujahrsrückreiseverkehre finden bei Arriva DB ja scheinbar nicht statt. [Bild: wink.gif]
Welchen Zeitraum man wohl gewählt hätte, wenn in der Zeit Jan/Feb  "volles Haus" in den Zügen wäre? Doch nicht etwa denselben? [Bild: biggrin.gif]


Ahoj

PS: Im Zustand eines Dejà vus prognostiziere ich mal, daß die AEx damit Geschichte sind (lasse mich aber gern eines Besseren belehren). Die Aufgabe eigenwirtschaftlicher Verkehre zugunsten bestellter Leistungen hatten wir in D ja auch schonmal ...
[Bild: auto.gif] erzeugt [Bild: smrt.gif]
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#7
Schuld sind doch immer die anderen : Die DB, bei der die Fahrzeuge sehr lange herum gestanden haben. Die Firma Telmax, wegen der keine Fahrkarten verkauft werden konnten ... .
Wortreiche Entschuldigung : https://zdopravy.cz/dokument-arriva-se-o...eni-39558/ Big Grin
Gruß aus Weixdorf vom Bahnsteig
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#8
(27.12.2019, 19:13)Alois Nebel schrieb: Werde morgen mal passenderweise nach Schluckenau gucken, wer weiß wie lange Arriva dort hin fährt.

Big Grin Das kommt der Sache nahe ... liebe Jugend, nehmt Euch kein Beispiel daran.

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#9
(27.12.2019, 18:31)wxdf schrieb: Der Prellbock kann gleich mit der Übersetzung fortfahren


Guten Abend zusammen,

ähem ... etwas später halt ... mal sehen wie das Tastendrücken unter Hopfentropfen funktioniert ... - Beitrag vom 27.12. - "Verspätete Bereitstellung der Züge, fehlendes Personal, Störung der Fahrzeuge. In 4 Tagen sammelte Arriva 53 Unregelmäßigkeiten."

Die Schwierigkeiten des Betreibers Arriva vlaky auf tschechischen Gleisen dauern an. In den nur 4 Tagen vom 23.12. bis 26.12. verzeichnete SŽDC bei diesem Betreiber insgesamt 53 Unregelmäßigkeiten, die den eigentumsseitig unter die deutsche Staatsbahn "Deutsche Bahn" gehörige Betreiber betreffen. Laut der Art der Unregelmäßigen handelt es sich dabei oft um Fehler, die nicht nur mit dem technischen Zustand der Fahrzeuge zusammen hängen. Die Reisenden erfahren oft nicht mal etwas über die Probleme und die abgesagten Züge.

Das geht aus dem Material der SŽDC mit der Bezeichnung "Operative Übersicht über die Arbeit der Eisenbahn am Tag" hervor, dass die Betriebsleitung jeden Tag zusammenstellt und an Arbeitstagen immer verschickt. Die Redaktion von Zdopravy hat dieses zur Verfügung, seine Echtheit wurde aus drei verschiedenen Quellen bestätigt.

In absoluter Anzahl der Unregelmäßigkeiten führt zwar die ČD mit 163 Fällen, in ihrem Fall handelt es sich aber um einen Betrieb von ca, dem 30-fachen als bei Arriva, die im gleichen Zeitraum 53 Unregelmäßigkeiten sammelte. RegioJet hatte Ihrer im gleichen Zeitraum 17, Leo Express 3 GW Train Regio 4.

Im Verzeichnis der Unregelmäßigkeit gibt es verschiedene Gründe, nicht nur das gestrige Vorbeifahren am Haltsignal in der Station Mladá Boleslav – Debř. "Protivín bis Prag Hbf, es gibt keine Fahrzeuge, R 1161 wird auf der ganzen Strecke abgesagt," schrieben z.B. die Dispatcher ins Protokoll zum Entfall des Schnellzuges am 23.12. Unter den weiteren Gründen des Entfalls oder der Verspätung sind Fahrzeugstörungen oder sogenannte verspätete Bereitstellung des Zuges. Das bedeutet z.B. der verspätete Zustieg des Zugpersonals oder verspätetes Rangieren, in jedem Fall führt es zu einer Verspätung. Einen ähnlichen Grund der Verspätung hatte in den letzten Tagen auch eine Reihe von Zügen der ČD.

Den Tag vor Heiligabend sammelten laut des Eintrags z.B. zwei Züge auf der Strecke Vsetín – Velké Karlovice eine fast einstündige Verspätung wegen Nichtbeherrschen der Kreuzung ein. An Heiligabend fuhren zwei Züge zwischen Železný Brod und Tanvald nicht. "Entfall der Züge Os 26201/26200 auf Anforderung des Betreibers - es fehlen Lokführer," heißt es in dem Eintrag. Am 25.12. sammelte dann der Schnellzug von Kolín nach Rumburk eine Verspätung direkt bei der Abfahrt ein. "Verspätete Zugbildung durch den Betreiber, verspätete Vorbereitung und Bereitstellung am Bahnsteig, es ist nicht möglich den Lokführer oder Dispatcher des Betreibers anzurufen," schrieben die Dispatcher. Einen Tag später hatte dann ein Personenzug von Liberec eine Verspätung von 54 Minuten, weil man auf Zugpersonal wartete.

Den Reisenden von Arriva fehlen auf den Webseiten der Firma auch Informationen über verspätete Züge: gestern z.B. erfuhr man nur von den Problemen bei bei Mladá Boleslav, über weitere Züge gab es im Netz kein Wort. Anstelle einer Antwort gab Arriva eine Entschuldigung an die Reisenden.

Arriva ist inzwischen der von den neuen alternativen Betreibern im verbindlichen Eisenbahnverkehr, der den Einstieg mit den größten Schwierigkeiten bewältigt. Laut dem Server iDnes.cz  schickten das Bahnamt und SŽDC Arriva einen die Problematik ihrer Lokführer betreffenden Brief, aber auch der generellen Gewährleistung der Sicherheit im Bahnbetrieb. "Am 20.12. ging von uns eine Aufforderung an Arriva, wo einige Fälle der indirekten Gefährdung der Betriebssicherheit hervorgehoben wurden," sagte für iDnes.cz der Sprecher von SŽDC, Marek Illiaš.

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#10
Guten Nachmittag werte Leser,

ich denke, dass passt hier ganz gut hinten dran - Beitrag vom 27.12. - "Dokument: Arriva entschuldigt sich für den nicht gelungenen Start auf der Eisenbahn, verspricht Verbesserung".

Die Gesellschaft Arriva gab in Reaktion auf die Kritik an Ihrer Dienstleistung an den ersten Tagen der Gültigkeit des neuen Fahrplans folgenden Brief heraus, den wir im kompletten Wortlaut ohne Änderungen bringen. (Ich drehe mal meine Methodik in dem nachfolgenden Schreiben um - komplett kursiv, Unsicherheiten / evtl. Kommentare nicht kursiv).

Sehr geehrte Reisende,

Mitte Dezember sind wir auf dem Eisenbahnmarkt eingestiegen und haben uns verpflichtet einige Schnellzuglinien und weitere Personenzuglinien in den Regionen Zlín und Liberec zu betreiben. Im Laufe der 2 Wochen ging auf uns, für eine Reihe von Verfehlungen und nicht ausreichender Vorbereitung für den Start unserer Züge, eine Welle der Kritik von Reisenden und Journalisten nieder.

Wir erkennen völlig an, dass diese Kritik berechtigt war und ist. Ein Reisender, der auf den Zug wartet, fordert, dass er pünktlich kommt, es an Bord angenehm ist und gut geschultes Personal und das im Zug alles funktioniert, was er hat, damit die Reise angenehm würde. Der Start unserer neuen Zuglinien haben wir nicht zu 100% gemeistert und bei allen, die das bei ihrer Reise verspürten, möchten wir uns gerne entschuldigen.

Wir alle arbeiten 24 Stunden täglich daran, dass wir alles in Ordnung bringen. Wir wertschätzen auch die Hilfe aller unserer Lokführer, Zugbegleiter, aber auch des technischen Personals, dass uns über Rahmen seiner Verpflichtungen (hinaus) aktiv hilft.

In der Region Zlín und bei den Schnellzuggarnituren in Böhmen kämpften wir mit einer größeren Menge technischer Mängel, als wir erwartet hatten. Das drückte sich mit der Abstellung der Züge aus, die längere Zeit nicht im täglichen Betrieb waren und anschließend ihren scharfen Einsatz ab 15.12. nicht bewältigten, wie es erforderlich wäre. Es ist jedoch gelungen die Situation in der Region Zlín stufenweise zu stabilisieren. Für die größeren Reservebedarfe haben wir einen weiteren Zug dorthin überführt und in Bylnice haben wir für den Fall irgendwelcher Außerplanmäßigkeiten bei den morgendlichen beim Start der Züge jeden Tag auch einen Ersatzbus vorbereitet.

Die größere Menge der Störungen konnte leider selbst auf den Schnellzuglinien in Böhmen nicht vermieden werden, diese Mängel sind unverzüglich zu beseitigen und die Fahrzeuge sind wiederholt in den Betrieb zurückgekehrt. Wir sind überzeugt, dass die Einheiten der Reihe 845 ihren Ruf aus dem vorhergehenden Einsatz in Deutschland, dass es sich um eine der zuverlässigsten Fahrzeugbaureihen handelt, bestätigen werden. Leider konnten wir einen Unfall auf einem BÜ nicht vermeiden, wo wir für längere Zeit um eine Einheit gekommen sind, beim Zusammenprall mit einem Fahrzeug im Prager Čakovice. Es wäre sympathisch zu sagen, wenn wir jetzt sagen könnten, dass wir alle technischen "Fliegen" (nenne ich es "Macken" oder doch auf gut Deutsch "Bugs"?) schon eingefangen haben, aber die Realität des Betriebes ist leider nicht eine solche. Unser technisches Team arbeitet ohne Unterlass, aber dennoch kann es auch in den weiteren Wochen vorkommen, dass einer der Züge gestört ist. Wir machen aber alles dafür, damit das weniger und weniger oft geschieht.

Eine der Schwächen, die äußerte sich in der schlechten Weitergabe der Information an die  Reisenden, es war zu Beginn auch unsere operative Steuerung. Wir verstärken das Dispatching und justieren dessen Kommunikation besser, nicht nur mit dem Kontaktzentrum Arrivas, sondern auch mit dem Dispatcher-Apparat einzelner IDS-Koordinatoren, so, damit unsere Reisenden  unverzüglich über alle Außergewöhnlichkeiten informiert werden.

Es ist gelungen, die anfänglichen Probleme mit dem Fahrkartenverkauf an unseren Schaltern und in den Zügen zu größeren Teilen zu lösen, und wir verkaufen bereits die Fahrkarten an den Schaltern und in den Zügen. Hier müssen wir uns zu der Auswahl  eines ungeeigneten Lieferanten für die ganze Technologie leider Asche aufs Haupt streuen. Die Gesellschaft Telmax hat bei der Vorbereitung der Abfertigungssysteme für Arriva völlig versagt, die Verantwortlichkeit für diese Unzulänglichkeiten ggüb. den Reisenden und den Bestellern haben jedoch selbstverständlich wir.

Wir entschuldigen uns für den nicht gelungenen Start, wir werden aus allen Fehlern eine Lehre ziehen und arbeiten mit allen Kräften an der Verbesserung. Wir glauben, dass das in den weiteren Tagen und Wochen alle Reisenden spüren werden.

Jiří Nálevka
Direktor der Gesellschaft Arriva vlaky



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#11
(28.12.2019, 15:48)Prellbock schrieb: Sehr geehrte Reisende,

Mitte Dezember sind wir auf dem Eisenbahnmarkt eingestiegen ...

Schön, wenn man Märchen erzählen kann. ARRIVA ist seit Jahren auf dem tschechischen Markt aktiv. Zwar waren das zunächst lange eigenwirtschaftliche Verkehre, bis man dann die Prager ML zugeschlagen bekam. ARRIVA hat also Vorerfahrungen im Betrieb, den andere Neueinsteiger in Vertragsverkehre so nicht haben. Man hat jahrelange Erfahrungen mit der Reihe 845 ex 628 DB, man hat Nahverkehr ebenso gefahren wie die Langläufer über den Vlarapaß nach Nitra. Die Erfahrungen mit Fahrzeugverfügbarkeit, mit den Empfindlichkeiten der Reihe, Wartungskapazitäten, aber auch erfahrenes Personal, das wiederum Neuzugänge einschulen kann, sollten eigentlich vorhanden sein. Dazu die Regelungen und Besonderheiten des tschechischen Netzbetreibers. Neu ist eigentlich nur der Umfang der Verkehre. Und den scheint man schlicht unterschätzt zu haben.

GWTR hatte zwei, drei Strecken, auf denen man (bis heute) mit wenigen 810ern fährt, und ist dann ziemlich zeitgleich mit dem Eilzugverkehr (845!) auf der KBS 160 sowie mit dem kompletten Netz der Böhmerwaldlokalbahnen gestartet. Was gab es da Skepsis GWTR und der Muttergesellschaft, dem Busbetreiber CSAD Jihotrans, gegenüber. Diese Betriebsübernahmen sind recht reibungslos verlaufen. Die Probleme im ersten Sommer im Böhmerwald waren zum Teil anders gelagert (Fahrzeitüberschreitungen aufgrund des hohen Fahrradaufkommens, wäre voraussehbar gewesen), teils gab es ebenso mangelnde Verfügbarkeit (Strakonice - Vimperk - Volary). ARRIVA hätte erstens dieses Beispiel genau studieren können, hat zum anderen einen ganz anderen Mutterkonzern hinter sich. Daß es gerade bei diesem EVU nicht klappt und die überproportional höchsten auffälligen Ereignisse im Betrieb gibt, ist schon mehr als peinlich. Demgegenüber hat GWTR eine geradezu immer noch passable Figur gemacht.

Für mich läßt das nur den Schluß zu, daß eben der Mutterkonzern gerade nicht hinter ARRIVA steht - und dies wahrscheinlich auch gar nicht kann, weil mit viel zu vielen eigenen Problemen beschäftigt. Keine Leute vorhanden, um ein verstärkendes Team für die ersten Wochen von hier nach drüben zu schicken. Kein Plan, um die transferierten 628 frühzeitig aus dem SSM zu holen, wirklich in der Tiefe der Technik gründlich zu revidieren und top in Schuß auf die Reise zu schicken. Man hätte reüssieren können. Man dachte wahrscheinlich, Folieren, Ölwechsel, Scheibenputzen und volltanken genügt. Man hat versagt.


Wer weiß, wie viele Fahrgäste dieses Versagen der tschechischen Eisenbahn insgesamt kosten wird. Wenn sich die Politik drauf besinnt, künftig nicht mehr so leichtfertig dem Wettbewerb zu frönen und Wert auf stabile Verhältnisse zu legen, dann - aber nur dann! - wird die gegenwärtige Situation ein Gutes neben allem Negativen gehabt haben.


Gruß,
Joachim
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#12
(28.12.2019, 18:26)Joachim Piephans schrieb: schrieb: ... GWTR hatte zwei, drei Strecken, auf denen man (bis heute) mit wenigen 810ern fährt, und ist dann ziemlich zeitgleich mit dem Eilzugverkehr (845!) auf der KBS 160 sowie mit dem kompletten Netz der Böhmerwaldlokalbahnen gestartet. Was gab es da Skepsis GWTR und der Muttergesellschaft, dem Busbetreiber CSAD Jihotrans, gegenüber. Diese Betriebsübernahmen sind recht reibungslos verlaufen. ...

Ahoj Joachim,

bei dieser Aussage muss ich dir widersprechen: GWTR hatte NICHT gleichzeitig den Betriebsstart auf der trat' 160 und auf dem Böhmerwaldnetz!

GWTR hat bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 den Zugverkehr zwischen Pilsen und Most übernommen. Das ist keine Eilzug ( Sp )-, sondern eine Schnellzug ( R )-Linie. Also im Auftrag des Prager Verkehrsministeriums, nicht der Regionen. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 verblieb der ČD merkwürdigerweise ein einziges R-Zugpaar zwischen Pilsen und Most. Diese Leistung ging erst im Dezember 2017 an GWTR über - zeitgleich mit den drei Böhmerwaldstrecken.

Ich vermute, die Probleme bei Arriva rühren davon, dass der Mutterkonzern einige der benötigten Fahrzeuge erst sehr kurzfristig vor dem Fahrplanwechsel dem tschechischen Töchterchen überlassen hat. Das waren wohl zum Teil Fahrzeuge VT628.2, die bis kurz vor dem Fahrplanwechsel noch in Bayern auf dem Netz der Westfrankenbahn heruntergeritten worden sind. Da blieb dann für Arriva und Pars Nova keine Zeit mehr, die Triebwagen auf Vordermann zu bringen.

So wie ich Arriva vlaky in den vergangenen Jahren kennen und schätzen gelernt habe, bin ich davon überzeugt, dass die aktuellen Probleme bald überwunden sein werden. Auch der eigenwirtschaftliche Verkehr nach Nitra dürfte dann wieder wie gewohnt für volle Züge sorgen.

S přátelským pozdravem

Zamračená
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#13
Lightbulb 
Arriva macht lieber mit 140.079 einen Ausflug in die Slowakei : https://www.railpage.net/fotografie/silv...ress-2019/ Big Grin
Gruß aus Weixdorf vom Bahnsteig
Seid nett zueinander  Heart
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#14
Guten Abend werte Leser,

es zeigte sich eben noch einiges an Stöffchen. Dann fangen wir mal an - Beitrag vom heutigen 30.12. - "Arriva: Am Sonntag langten 99% unserer Schnellzüge am Ziel pünktlich an".

Fast alle Schnellzüge der Gesellschaft Arriva langten am Sonntag pünktlich an ihrem Ziel an. Auch heute fahren die Schnellzüge gemäß Fahrplan, verspätet war nur der Frühschnellzug von Prag nach Tanvald um 12 Minuten. Das sagte ČTK heute der Firmensprecher, Jan Holub. Der Gesellschaft begegnete in den letzten Tagen Kritik für die Verspätungen und auch weitere Verfehlungen. Am 2. Weihnachtsfeiertag überfuhr ein Schnellzug der Firma bei Mladá Boleslav ein Signal mit Haltbegriff und beschädigte dabei eine Weiche.

"Wir stabilisieren den Betrieb der Schnellzüge und eventuelle Verspätungen auf den Schnellzuglinien sind geringfügig. Z.B. am Sonntag langten 99% der Schnellzüge pünktlich am Ziel an und keiner wurde ausgelegt (frei)," sagte Holub heute.

Seit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember löste die Firma Probleme auf der Eisenbahn. Das Verkehrsministerium vermerkte z.B. Probleme mit dem Fahrkartenverkauf auf den Stationen, die Auslegung (frei) des Zuges Čížová-Prag und eine nicht beheizte Garnitur auf der Strecke Prag - Tanvald. In der Region Liberec wird das Unternehmen für die Nichterfüllung des Vertrages eine Strafe erhalten. Gerade in der Region Liberec hatte sie heute wegen der Störung einer Garnitur Probleme, hauptsächlich auf der Strecke von Tanvald nach  Železný Brod.

"In der Region Zlín und bei den Schnellzuggarnituren in Böhmen kämpften wir mit einer größeren Menge technischer Mängel, als wir erwartet hatten. Das drückte sich mit der Abstellung der Züge aus, die längere Zeit nicht im täglichen Betrieb waren und anschließend ihren scharfen Einsatz ab 15.12. nicht bewältigten, wie es erforderlich wäre," schrieb der Direktor der Gesellschaft Arriva vlaky, Jiří Nálevka, am Freitag in einer Entschuldigung auf der Webseite der Firma.

Die Situation um Arriva und auch weiterer Beförderer überwachen das Verkehrsministerium, das Bahnamt und SŽDC. "Die Kontrollen beim Betreiber Arriva, wie auch bei weiteren Betreibern, werden fortlaufend durchgeführt. Unsere Angestellten führten einige Kontrollfahrten durch und stellten Unzulänglichkeiten fest, die hauptsächlich die Kapazität der Garnituren, ihren Qualitätsstandard und die Funktionsfähigkeit der Abfertigungssysteme betrafen," sagte ČTK heute Filip Medelský von der Presseabteilung des Verkehrsministeriums.

Die Garnituren, die besonders in den ersten Betriebstagen eingesetzt wurden, entsprachen laut ihm nicht ganz den Forderungen des Vertrages über öffentliche Dienstleistungen. "Die Situation verbessert sich im allgemeinen, der Betreiber Arriva hat mehr Fahrzeuge zur Verfügung. Die Kontrolltätigkeit des Ministeriums setzt sich jedoch weiterhin fort und wird fortgesetzt werden," ergänzte Medelský.

Von Seiten des Bahnamtes kann man gemäß des Sprechers Martin Novák sicher die Durchführung der staatlichen Aufsicht erwarten. "Auf der Grundlage der Ergebnisse der Überwachung, der Stellungnahmen der Betreiber und auch Anstöße von auf der Eisenbahn wirkenden Organisationen (SŽDC, Förderration der Lokführer in CZ) führen wir Analysen durch und bewerten die Situation. Dementsprechend werden wir eventuelle weitere Schritte vornehmen," sagte Novák heute.

Der Sprecher von SŽDC, Marek Illiaš, ergänzte, dass die betrieblichen Mängel, und das nicht nur (bei) Arriva, fortlaufend identifiziert und dem Bahnamt weitergeleitet werden. "Der erste Brief von uns ging schon am 20.12. raus. Gleichzeitig realisieren wir im Rahmen der Steuerung und Organisation des Bahnverkehrs weitere Schritte so, dass es nicht zur Gefährdung der Sicherheit kommt und  mit den Betreibern wird auf diesem Gebiet kommuniziert," ergänzte Illiaš.


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Prellbock
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#15
Guten Abend werte Leser,

auch aus der Region Liberec gibt es noch Anmerkungen - Beitrag vom 30.12. - "Arriva ist für mich eine große Enttäuschung, sagte der Landehauptmann der Region Liberec und droht mit dem Vertragsende. Die Firma erwarten Sanktionen.".

Die Region Liberec wird Sanktionen für die Nichterfüllung der geforderten Standards durch die Gesellschaft Arriva vlaky eintreiben, die ab 15.12. den Betrieb auf 2 Regionallinien übernahm. Gemäß der Region brachte die Betriebsaufnahme "die Nichteinhaltung des Vertrags und die Ernüchterung der Reisenden".

Die Region informierte darüber in einer Pressemeldung. Zu den Schwierigkeiten gehören u.a. die Nichtabfertigung der Reisenden, Probleme mit der Verwendung der IDOL-Karten oder deutsche Anschriften an den Fahrzeugen. "Ich würde mich gerne bei allen Reisenden für den ggw. Zustand entschuldigen, der für mich eine große Enttäuschung ist. Ich ging davon aus, dass sich Arriva als neuer Betreiber in besserem Licht zeigen würde wollen," proklamierte der Landeshauptmann der Region Liberec, Martin Půta.

Der Landeshauptmann wird am Donnerstag mit dem Generaldirektor Arrivas Daniel Adamka über die Situation verhandeln. "Der ggw. Zustand betrachte ich als nicht haltbar und möchte eine klare Garantie dessen, wann der Vertrag in der Form zu gelten beginnt, zu der sich der Betreiber verpflichtete. Jedenfalls sind wir nicht davon ausgegangen, dass die Firma nicht fähig sein wird, die Bedingungen des geschlossenen Vertrages zu erfüllen. Wenn der Betreiber auf einigen Linien nicht fähig ist Fahrkarten zu verkaufen, sollte er in solch einem Fall für seine Leistungen keine Zahlung bekommen," teilte der Landeshauptmann mit.

Die Region hat bei der Vorbereitung des Betriebs auf ausgewählten Strecken nach dem Jahr 2019 erheblich verschlafen. Den Betreiber begann er erst letztes Jahr im Herbst auszuwählen, nachdem die ČD ein Angebot zu einem ziemlich hohen Preis vorgelegt hatte. Vom Vertragsende mit der ČD wusste man 10 Jahre, der neue Vertrag mit Arriva unterschrieb man schließlich nur ein paar Tage vor dem Start. Die Auswahl begleitete darüber hinaus eine persönliche Verbindung zwischen dem Betreiber und den Regions-Koordinators des öffentlichen Verkehrs. Arriva fährt auf der Linie von Liberec nach Lomnice nad Popelkou über Stará Paka und von Železný Brod nach Tanvald, in der Region fahren noch die vom Verkehrsministerium bestellten Schnellzüge Kolín – Rumburk und Prag – Tanvald.

Die Region wird von (frei) Arriva wegen Nichteinhaltung des Vertrags Sanktionen eintreiben. "Im Falle der Nichterfüllung der Verträge werden wir sie ggüb. allen Betreibern erheben und wir werden so auch in diesem Fall vorgehen," ergänzte der Vertreter des Landeshauptmanns für das Ressort Verkehr, Investitionen und öffentlicher Aufträge, Jan Sviták.

Die Gesellschaft Korid LK, die den öffentlichen Verkehr in der Region Liberec koordiniert, hat jetzt schon die Anzahl der Kontrollen auf den einzelnen Verbindungen erhöht. Diese prüfen, ob der Betreiber die Abfertigung der Reisenden einhält. Am Montag, den 06.01., werden sie den Ratsleuten der Region eine detaillierte Bewertung des bisherigen Betriebs der Verbindungen Arrivas vorlegen und einen Vorschlag zur Beseitigung der existierenden Probleme. "Wir erwarten, dass es spätestens bis Mitte Januar auf den von Arriva betriebenen Strecken alles so funktionieren wird, wie es soll. Wenn das nicht so wird, erwägen wir einen Ausstieg aus dem Vertrag," informierte der Landeshauptmann, Martin Půta.

Über den Abschluss des Vertrages für das Betreiben der Eisenbahnverkehrs der Strecken Liberec – Turnov – Semily – Stará Paka – Lomnice nad Popelkou und Železný Brod – Tanvald mit der Gesellschaft Arriva entschloss sich die Region dieses Jahr im Februar, zur Vertragszeichnung kam es wegen der späten Notifizierung erst dieses Jahr im Dezember. "Auf Grundlage der Angebote der ČD und Arrivas wählten wir das aus, das finanziell vorteilhafter war und den Betrieb von Fahrzeugen auf höherem qualitativen Niveau anbot," merkte der Vertreter des Landeshauptmanns, Jan Sviták.


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