ex Waldenburgerbahn: Und sie bewegen sich doch ;-)
#1
Lightbulb 
Die Sommersaison ist in vollem Gange und neben all den schönen Aufgaben konnten wir letzte Woche eine der elektrischen Triebzug-Garnituren in Betrieb nehmen, die wir letztes Jahr von der Schweizer Waldenburgerbahn erworben haben.
Am 2. und 3. August 2022 erlebte der Bahnhof in Čierny Balog eine kleine Sternstunde. Zum ersten Mal fuhren unsere Triebzüge, die wir im vergangenen Jahr von der Schweizer Waldenburgerbahn erworben hatten, mit eigener Kraft. Da die ČHŽ noch nicht über eine Oberleitung verfügt, haben wir einen Caterpillar-Elektrogenerator in eine der Garnituren eingebaut, und die Bahnstromversorgung mit Elektrizität ist auf diese Weise vorübergehend gelöst. Leider überstiegen die Angebote der jetzt angesagten Batterien unsere finanziellen Möglichkeiten, so dass unsere Freunde und Sponsoren vom CAT Banská Bystrica uns mit dem Stromaggregat halfen.
Erfahrene Freiwillige unter der Leitung von Ing. Pavel Šiman, CSc. und Zdenek Vozár haben das Konzept und die Konstruktion eines der Steuerwagen vorbereitet und in Zusammenarbeit mit den fachlich kompetenten Firmen ŽOS Zvolen und NES Nová Dubnica unter der Leitung von Herrn Ing. Martin Kopecký, ist es gelungen, am Dienstag einen Zug in Betrieb zu nehmen. Am Mittwoch war es möglich, unseren ersten elektrischen Triebfahrzeugführer Boris Hlaváč auf die Strecke zu schicken, die erste Testfahrt auf allen Strecken der ČHŽ zu machen und die Befahrbarkeit und Kompatibilität der Schweizer Fahrzeuge auf den Karpatengleisen der ehemaligen Waldbahn zu überprüfen.
Theoretische Studien über Zugkraft und Entgleisungssicherheit wurden von unseren Freunden von der Universität Žilina und der Jan-Perner-Universität in Pardubice für uns erstellt. Die ersten Lauf- und Energietests waren ausgezeichnet. Wir gehen davon aus, dass wir nach Abschluss aller weiteren erforderlichen Überarbeitungen und Prüfungen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für die Genehmigung des Probebetriebs im Herbst mit den ersten öffentlichen Fahrten beginnen werden. Zumindest können wir jetzt schon einige Fotos mit Ihnen teilen, und wir freuen uns alle auf die erste offizielle öffentliche Fahrt.

https://www.chz.sk/sk/novinky/svajciarsk...y-ozivaju/
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#2
Hallo Helmut,

danke für den Beitrag und den Link mit den interessanten Infos!
Die meisten von uns, so auch ich, hätten sicherlich nicht damit gerechnet, dass die Räder der Waldenburger Fahrzeuge so schnell wieder rollen aus eigener Kraft.

VG Tobias
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#3
Moin,

auch von mir ein Dankeschön an Helmut.

Was Tobias angeht, so hatte (und habe) auch ich gewisse Zweifel, was die Umsetzung der zuvor vorgestellen Projekte mit Elektrifizierung und Neubaustrecken angeht. Wäre schön, wenn ich nicht recht behalte. :-)

Viele Grüße
Sören
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#4
Smile 
Vor Elektrifizierung und Neubau wäre es erst mal dringend erforderlich, die Strecke nach Chvatimech wieder für Dampflok Züge befahrbar zu machen und nicht nur für Draisinen sowie den Unternehmer in die Schranken zu weisen, der der Strecke nach Dobroč übel will.
im Artikel vom Honza aus Liberec gibt es dazu in den Kommentaren (wie mich deucht, auch berechtigte) Zweifel, ob auch gewöhnliche Fahrgäste die Züge nutzen werden oder ob das nur ein Touristen-Gaudi wird.
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#5
(08.08.2022, 15:23)wxdf schrieb: ..., ob auch gewöhnliche Fahrgäste die Züge nutzen werden oder ob das nur ein Touristen-Gaudi wird.

Sind Turisten denn falsche Fahrgäste?

:: Duck und weg :::

Angel

PS:
Es sind weltweit hunderte, wenn nicht gar tausende Bahnstrecken einzig und allein für "Touristengaudi" in Betrieb - mal zu einer anderen Attraktion (Lednice), mal einfach so für's Umherfahren (Parkeisenbahnen) oder weil wir einfach zu faul sind, gewisse Distanzen oder Höhen zu erlaufen (Bergbahnen) ...
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#6
Tongue 
(08.08.2022, 20:41)AAW schrieb: Sind Touristen denn falsche Fahrgäste?

Ich kenne ein Forumsmitglied, das unterscheidet immer zwischen "echten" (deren Fahrten einen bestimmten Zweck verfolgen) und "unechten" Fahrgästen (die eine Strecke nur mal so zum Kennenlernen bereisen, weil die Einstellung des Verkehrs bevor steht oder ähnliches)  Angel
Es geht darum , dass Waldbahnchef Bílek die Vision hat, neben Touristen auch Schüler zur Schule oder Dorfbewohner zur großen Eisenbahn zu befördern. Und da gibt es eben Unkenrufe, dass die lieber mit dem Bus oder mit dem Auto fahren.
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#7
Die Schülerbeförderungsidee erschließt sich auch mir nicht: diese müssen doch nach Brezno aus Chvatimech nochmals in Bus oder Bahn umsteigen, während der morgendliche Schulbus sie aus Čierny Balog direkt nach Brezno bringt.

Bearbeitung des Beitrags: Hinzu kommt, dass der Busverkehr aktuell relativ gut an den Bahnfahrplan in Brezno angebunden ist und dass die Züge in Richtung Tisovec, Rimavská Sobata und Jesenské in Brezno starten. Da müssten die Kollegen der slowakischen Bahn einiges ummodeln und aufs relativ unbedeutende Chvatimech hin ausrichten. Ebenso ist das umliegende Busnetz natürlicherweise auf die Stadt Brezno als zentraler Ankunfts-, Abreise- und Umsteigeort ausgerichtet.

Wenn ich mir vorstelle, eine etwaige Wartezeit überbrücken zu müssen, wäre mir Brezno mit seinem Empfangsgebäude, Kneipe, überdachten Bänken draußen, dem Fahrkartenschalter sowie zur not den Automaten zum Erwerb kleiner Snacks und Erfrischungen - kurz: seiner bereits bestehenden Infrastruktur - weit lieber als Chvatimech.
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#8
Ich habe mir gerade die Draha 7/2022 gekauft,da preist A. Bilek sein Projekt an. Er will ja auch eine Neubaustrecke über Brezno zum Chopok.
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#9
Das klingt abenteuerlich. Aber um ehrlich zu sein klingt es gleichzeitig profitabler... Der Bus bleibt aber die große Konkurrenz, zumal die Straße ja nahezu identisch verläuft.
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#10
(09.08.2022, 15:02)wxdf schrieb: Ich habe mir gerade die Draha 7/2022 gekauft,da preist A. Bilek sein Projekt an. Er will ja auch eine Neubaustrecke über Brezno zum Chopok.

(09.08.2022, 16:56)rich810 schrieb: Das klingt abenteuerlich. Aber um ehrlich zu sein klingt es gleichzeitig profitabler... Der Bus bleibt aber die große Konkurrenz, zumal die Straße ja nahezu identisch verläuft.

Der Busverkehr dürfte durch einen regionalen Aufgabenträger bestellt sein.
Da ist zunächst mal die Frage, wie dieser zu den Plänen der Waldbahn steht und ob er auch Zugverkehr bestellen darf. Wenn beides positiv ist, steht ja tzheoretisch nichts im Wege, dass der Busverkehr zugunsten der Eisenbahn reduziert oder, sofern echter Parallelverkehr, auch eingestellt wird.

Viele Grüße
Sören
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#11
In der Slowakei ist es im Gegensatz zu Tschechien so, dass der Zugverkehr im öffentlichen Auftrag vom Ministerium bestellt wird und die Regionen nur den Busverkehr bestellen.
Die Region Banská Bystrica unterstützt das Projekt und will in der Region einen Verkehrsverbund gründen.
Nun ist die Waldeisenbahn eine Non-Profit-Organisation, die eigenwirtschaftlich fährt. Wenn das Elektrifizierungsprojekt verwirklicht wird, dann würden die Züge im öffentlichen Auftrag fahren - ob sich das Ministerium dann einmischt - wer weiß?
In dem Artikel in der Dráha ist jedenfalls der Staatssekretär des Ministeriums Jaroslav Kmet' im Führerstand eines Triebwagens zu sehen - zumindest der scheint dem Projekt gewogen zu sein.
Die Region ist nicht gut auf das Ministerium zu sprechen. Beispielsweise hätte sie gern auf der reaktivierten Strecke Zvolen - Šahy täglichen Verkehr, während laut Fahrplanentwurf 2023 das Ministerium weiterhin nur Mo-Fr Verkehr vorsieht und einige Züge streichen will.
Oder den Witz von Verkehr auf der 074 Brezno - Jesenské heißt sie auch nicht gut.
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#12
Danke, Helmut!
Dann muss das Projekt also erstmal richtig in Gang kommen, ehe wir die Haltung des Ministeriums beurteilen können.
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