Güterverkehrsunternehmen sind unzufrieden über Bahn-Infrastruktur
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Eine von Median SK durchgeführte Exklusivumfrage zeigt, dass bis zu 90 Prozent der Befragten eine Verringerung des Lkw-Verkehrs auf unseren Straßen begrüßen würden, und 93 Prozent stimmen zu, dass die Lösung in einer stärkeren Förderung des Schienengüterverkehrs liegt. Und was ist die Realität?
Auf der Strecke Štúrovo-Kúty (200 km) fahren die Güterzüge oft nur mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h. "Obwohl die Strecken für Milliarden von Euro erneuert werden, handelt es sich dabei nur um Strecken für den Personenverkehr, die paradoxerweise aus Kapazitätsgründen keinen Platz mehr für den Güterverkehr bieten", sagt Ján Biznár vom Verband der slowakischen Güterverkehrsunternehmen (AROS).
Da die Slowakei auf der Schiene von beiden Seiten umfahren werden kann, ist es nicht verwunderlich, dass internationale Verkehrsunternehmen dies nutzen und Güter durch die Nachbarländer transportieren. Der Grund dafür ist nicht nur die bereits erwähnte lange Transportzeit für Waren aufgrund der schlechten Infrastruktur, sondern auch der hohe Preis für die Nutzung der Strecke. "Die Donaustrecke über Wien und Passau ist 1 700 bis 3 500 EUR billiger als die Strecke Bratislava-Prag und bis zu 12 Stunden kürzer. Der Slowakei entgehen dadurch Einnahmen aus dem Transitverkehr", sagt Patrik Benka von AROS.
Und was kann man dagegen tun? Nach Ansicht der Eisenbahner kehrt der Staat ihnen vorerst den Rücken zu. Und das, obwohl sich die Slowakei im sogenannten EU-Weißbuch von 2011 verpflichtet hat, bis zum Jahr 2030 bis zu 30 Prozent des Gütertransports mit Lkw über 300 km von der Straße auf die Schiene zu verlagern, und bis 2050 sollen es bis zu 50 Prozent sein.
Sie argumentieren, dass es auch an einer realistischen nationalen Verkehrspolitik mangelt. "Darin sollte ein 'Fahrplan' mit den erforderlichen Schritten zur Verbesserung der derzeitigen Situation festgelegt werden. Dies bedeutet, dass Parameter für die Verkehrsdienste festgelegt werden müssen - Verfügbarkeit von Terminals, Fahrgeschwindigkeit, Länge der Züge, Elektrifizierung, Fernsteuerung der Strecken. Auch die Förderung des kombinierten Verkehrs und die Anbindung von Produktions- und Logistikunternehmen an die Schiene sind unerlässlich", so Biznár.
Außerdem muss ein klarer Finanzierungsplan aufgestellt werden, damit die Bahnen im Voraus wissen, wie das Jahr finanziert werden soll, wie hoch die Trassennutzungsgebühren sein werden oder welche Strecken wann instand gesetzt werden sollen. "Es wäre auch notwendig, die Förderung der Eisenbahn als umweltfreundlichsten Verkehrsträger zu überdenken, einschließlich der Erfüllung unserer Ziele im Green Deal mit der EU, der Abschaffung der Ökosteuer oder der Emissionsgenehmigungen", sagt Patrí Benka in Anspielung auf die Tatsache, dass sie für die Güterstrecke nicht vorgeschrieben sind.
Aus diesem Grund haben die Eisenbahner ihre erste Protestaktion vorbereitet, die bisher in Form von Fahrten mit leeren Lokomotiven durch Bratislava stattfand. Außerdem haben sie auf ihrer eigenen Website eine Petition zur Unterstützung des Schienengüterverkehrs gestartet und einen offenen Brief an die zuständigen Stellen geschickt, in dem sie eine dringende Lösung für ihre Situation fordern.

https://auto.pravda.sk/doprava/clanok/62...-podporit/

Fotos von der erwähnten Protestaktion : https://www.railpage.net/v-bratislave-sa...dopravcov/
Gruß aus Weixdorf vom Bahnsteig
Seid nett zueinander  Heart
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