Baubürokratie Devínska Nová Ves - Grenze SK/CZ
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Die Strecke ist Teil der globalen Verbindung des paneuropäischen Eisenbahnkorridors IV innerhalb des TEN-T-Kernnetzes und ist auch in den AGC- und AGTC-Vereinbarungen enthalten (Strecken Nr. E52 und C-E52). Sie ist auch Teil der Verbindung zwischen der slowakisch-tschechischen Grenze und der slowakisch-ungarischen Grenze über Bratislava.

Grunddaten und Ziel des Baus

Die modernisierte Bahnstrecke ist Teil der Linie 126A Bratislava-Hl. st. - Kúty - Lanžhot (CZ). Bauherr sind die Eisenbahnen der Slowakischen Republik (ŽSR), Auftragnehmer ist die italienisch-slowakische Vereinigung JV ICM - VÁHOSTAV-SK, deren führendes Mitglied die Firma ICM S.p.A Vicenza und deren zweites Mitglied die Firma VÁHOSTAV-SK, a. s., Bratislava ist.
Die Planungs- und Ingenieurtätigkeiten werden von einem Firmenverbund unter der Leitung von REMING Consult, a. s. durchgeführt, Mitglieder des Verbundes sind auch MORAVIA CONSULT OLOMOUC (Tschechien) und TRANSGEO LTD (Bulgarien). Der Bau wird aus europäischen Mitteln finanziert - aus der Fazilität "Connecting Europe" (CEF), innerhalb von zwei Programmplanungszeiträumen, d.h. vom Zeitraum 2014-2020 und vom Zeitraum 2021-2027. Der Vertrag unterliegt den Vertragsbedingungen der gelben FIDIC, der ersten Ausgabe der International Federation of Consulting Engineers von 1999, d.h. im Sinne von "Design and Build".
Zu den Zielen der Modernisierung gehören die Angleichung des betreffenden Streckenabschnitts an das Eisenbahnsystem in der Europäischen Union, die Harmonisierung der Qualitätsindikatoren und die Verbesserung der Leistungsparameter der Eisenbahn. Die Modernisierung der Strecke besteht in der Verbesserung ihrer technischen Parameter durch die Erweiterung ihrer technischen Ausrüstung durch die Integration moderner und fortschrittlicher Elemente bei gleichzeitiger Innovation der Signal- und Verkehrsmanagementsysteme.
So wird der Streckenabschnitt modernisiert, um die Streckengeschwindigkeit auf bis zu 200 km/h mit örtlichen Beschränkungen zu erhöhen, die Fahrzeiten zu verkürzen, den Lärm zu reduzieren und barrierefreie Bahnhöfe und Bahnsteige zu gewährleisten. Die Modernisierung wird für den gemischten Verkehr vorbereitet, d. h. sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr auf der Schiene.

Aufschlüsselung der Konstruktion

Die Konstruktion ist in zwei Grundteile A und B unterteilt, die weitere vollständige Teile der Konstruktion (UČS) enthalten. Die detaillierte Aufschlüsselung ist in Abbildung 2 zu sehen. Der erste Teil des Bauvorhabens (A) mit der Bezeichnung ŽSR, Modernisierung der Eisenbahnstrecke Devínska Nová Ves - Staatsgrenze SR/ČR umfasst insgesamt zwei Abschnitte und beinhaltet 7 UČS, 487 Bauobjekte (SO) und 137 Betriebsgarnituren (PS), also insgesamt 624 SO und PS.
Die Umsetzung umfasst den Bau und die technologischen Änderungen auf 31,096 km der Bahnstrecke, einschließlich der komplexen Rekonstruktion der Bahnhöfe Zohor und Malacky sowie der Haltestellen Devínske Jazero, Plavecký Štvrtok und Brodské. Der zweite Teil des Baus (B) mit der Bezeichnung ŽSR, Realisierung von ERMTS auf dem Abschnitt Devínska Nová Ves - Staatsgrenze SR/ČR umfasst insgesamt drei Abschnitte und beinhaltet 8 UČS, 45 SO und 45 PS, also insgesamt 90 SO und PS. Die Umsetzung umfasst bauliche und technische Änderungen im Zusammenhang mit der Einführung von ERMTS auf 73,516 km der Eisenbahnstrecke. Insgesamt gibt es 532 SOs und 182 PS auf beiden Teilen der Konstruktion (A) und (B), insgesamt also 714 SOs und PS.

Aktueller Stand der Konstruktions- und Planungsarbeiten

Die Baustelle befindet sich auf dem Gebiet von zwei Regionen - Bratislava und Trnava -, erstreckt sich über vier Bezirke und durchquert 19 Katastergebiete. Vor diesem Hintergrund handelt es sich um ein äußerst komplexes Bauwerk, insbesondere im Hinblick auf die Durchführung von Planungs- und Ingenieurtätigkeiten, Eigentumsrechte und die Kommunikation mit lokalen Behörden, betroffenen Dritten und staatlichen Verwaltungsbehörden.

Abb. 2 Schematische Darstellung des Streckenabschnitts Bratislava Devínska Nová Ves - Kúty - Staatsgrenze Slowakei/Tschechische Republik | Quelle: DSPRS

Dieser anspruchsvolle und langwierige Prozess läuft praktisch seit September 2020, als der Werkvertrag zwischen dem Bauherrn ŽSR und dem ausführenden Verein in Kraft trat, intensiv weiter. Nach vorheriger Erörterung und Genehmigung der Projektunterlagen durch den Bauherrn wurden im Juni und Juli 2021 Anträge auf Erteilung einer Baugenehmigung (ÚR) für die beiden Bauabschnitte (A) und (B) eingereicht.
Auf der Grundlage dieser Tätigkeit verfügt der Verband über einen rechtsgültigen Planfeststellungsbeschluss für einen Teil des Bauwerks A.2.2 (UČS 10) Kúty (außerhalb) - Staatsgrenze SR/CR, Teil 2 (km 68,09 - 71,6) und für einen Teil A.2.1.1 (UČS 11) Brodské (außerhalb) - Brodské (km 71,600 - 72,750). Für den Bauabschnitt A.2.1.2 (UČS12) Brodské (außerhalb) - Staatsgrenze SR/Tschechische Republik (km 72,750 - 74,900) gilt die im Jahr 2004 erteilte Baugenehmigung. In dieser UČS ist eine scheinbar kuriose Situation entstanden.

Abb. 3 Querschnitt des Brückenbauwerks SO 12-33-04 Kúty - Staatsgrenze Slowakische Republik/Tschechische Republik, Rekonstruktion der Eisenbahnbrücke bei km 74,410 (ev. km 74,386) | Quelle: DSPRS

Das Brückenbauwerk mit der offiziellen Bezeichnung SO 12-33-04 Kúty - Staatsgrenze Slowakische Republik/Tschechische Republik, Rekonstruktion der Eisenbahnbrücke bei km 74,410 (ev. km 74,386) befindet sich im Bereich des Abschnitts zwischen 2 Bahnhöfen und hat zwei Gleise über den Fluss Morava (Abb. 3), der die Grenze zwischen der Tschechischen und der Slowakischen Republik bildet, so dass sich eines seiner Widerlager auf dem Gebiet der Slowakischen Republik und das andere auf dem Gebiet der Tschechischen Republik befindet (Abb. 4).
Dies setzt natürlich ein Bauverfahren im Hoheitsgebiet der Tschechischen Republik nach den dortigen Rechtsvorschriften voraus.

So hat der Verband beispielsweise eine Genehmigung für den Abriss der ursprünglichen Brückenkonstruktion auf der "territorialen Hälfte" der bestehenden Brücke in der Slowakischen Republik erhalten, aber es wird technisch erst möglich sein, mit dem Abriss der Brücke zu beginnen, wenn die Genehmigung in der Tschechischen Republik erteilt ist, was voraussichtlich im März 2022 der Fall sein wird. Dabei befindet sich die Brücke auf einem kritischen Pfad innerhalb des Bauzeitplans.

Abb. 4 Blick von der slowakischen Seite der bestehenden Eisenbahnbrücke bei km 74,410 (ev. km 74,386) auf den Standort des künftigen neuen Brückenbauwerks SO 12-33-04 | Quelle: Verein

Um den Beginn der Umsetzung zu beschleunigen, werden Anträge auf Fällgenehmigungen für die Bauabschnitte A.2.2 (UČS 10), A.2.1.1 (UČS 11) und A.2.1.2 (UČS 12) gestellt. Leider werden die Fristen für die Erteilung von Baugenehmigungen für einen Teil des Baus A1, insbesondere für UČS 03 und UČS 04 (Streckenabschnitt Zohor bis Malacky, Bahnhof), unverhältnismäßig verlängert. Für UČS 01 und UČS 02 (Streckenabschnitt Devínska Nová Ves bis Zohor, Bahnhof) wurde die Baugenehmigung am 26. Januar 2022 erteilt und wartet auf ihr Inkrafttreten.
Sobald die Anmerkungen aus der endgültigen Baugenehmigung eingearbeitet sind, die für alle Teile des Bauwerks gilt, wird eine Baugenehmigung beantragt, damit die physische Umsetzung der Arbeiten in vollem Umfang beginnen kann.

Schlussfolgerung

Wie bereits erwähnt, führt der Verband in enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber, dem Planer und den betroffenen Parteien intensiv und verantwortungsbewusst die Ingenieur- und Planungsarbeiten an diesem wichtigen Eisenbahnbauprojekt mit einer Gesamtlänge von 73,516 km Ausbaustrecke durch, das eine Gesamtobjektzusammensetzung von 714 SO und PS umfasst. Wenn es keine Komplikationen durch Dritte bei der Erlangung gültiger Baugenehmigungen gibt, bietet das derzeitige Tempo der Bauvorbereitung eine gute Grundlage für die Einhaltung des Fertigstellungstermins Ende 2023.

https://www.asb.sk/stavebnictvo/inzinier...u-vystavby
Gruß aus Weixdorf vom Bahnsteig
Seid nett zueinander  Heart
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