Schmalspurbahnmoratorium für die JHMD (m. 1 Link)
#1
Guten Nachmittag werte Leser,

was es nicht alles gibt - Beitrag vom heutigen 03.06. - "Das Gericht verkündete ein Moratorium für die JHMD, es schützt sie vor den Gläubigern".

Die Firma erklärte den Antrag mit dem Verfall der Fahrgelderlöse.

Das Gericht der Region in České Budějovice hat ein außergewöhnliches Moratorium für die Gesellschaft JHMD verkündet. Dieses wird den Betreiber und Eigentümer der bekannten Schmalspurbahn 3 Monate vor den Gläubigern schützen.

Das geht aus der Entscheidung im Insolvenzregister hervor. Das Moratorium gilt bis zum 03.09. Die Firma hatte selbst darum ersucht. Im Antrag führte sie an, dass sie finanziell gesund ist, aber sie ringt mit nicht ausreichender Liquidität aufgrund der Ausfälle der Fahrgelderlöse im letzten und diesem Jahr aufgrund der Pandemie.

Laut der Gesellschaft kam es mit den Regionen Vysočina und Südböhmen bisher nicht zu einer Vereinbarung zur Kompensation der Verluste. Die Firma bittet nicht um die Bestellung eines vorläufigen Verwalters. "Die finanzielle Gesundheit ist im Grunde bewahrt," gab die JHMD im Vorschlag an. Die Firma beschäftigt 93 Menschen.

(Wofür steht hier Institut?) XXX des außergewöhnlichen Moratorium soll die Firma vor den Gläubigern schützen. Ähnlich nutzen letztes Jahr diese Möglichkeit im Verkehr z.B. Smartwings und České aerolinie. Das außerordentliche Moratorium gilt für max. 3 Monate, man kann es für außergewöhnliche Umstände noch verlängern. Im Laufe des Moratorium kann man bei der Firma keinen Konkurs erklären. "Die Verbindlichkeiten, die unmittelbar mit der Aufrechterhaltung des Betriebs des Unternehmens zusammenhängen, die nach der Verkündung des außerordentlichen Moratoriums entstehen, ist der Schuldner in der Zeit seiner Dauer berechtigt, vor früher fälligen Verbindlichkeiten vorrangig zu bedienen ," gibt man in der Entscheidung an.

Die JHMD betreibt 2 Schmalspurstrecken: von Jindřichův Hradec nach Obratan und Nová Bystřice.


Link zu Zdopravy

Grüße vom

Prellbock
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#2
"institut" steht für "das Mittel".
In der Diskussion greint der Geschäftsführer der JHMD :

Die Region Vysočina schuldet uns für die Jahre 2010 - 2019 insgesamt 28.949.275,35 CZK, gemäß den tatsächlichen nachweisbaren Verlusten, vorgelegt gemäß Dekret 241/2005. Für 2020 schuldet sie die bereits erwähnten 7.252.131,85 CZK. Wir weisen die Region Vysočina darauf hin, dass es nicht möglich ist, die Gebühr für die Nutzung des Verkehrsweges, die nach geltendem Recht zu den wirtschaftlich gerechtfertigten Kosten des Beförderers gehört, nicht zu zahlen. Der SFDI (Staatlicher Fonds der Verkehrsinfrastruktur) verpflichtet uns vertraglich, den Verkehrsweg in Rechnung zu stellen, so wie die SŽ die Betriebssteuerung bezahlt haben will. Die Region Vysočina hat sich jedoch konsequent geweigert, die Gebühr für den nachweisbaren Verlust zu zahlen, und zahlt uns seit 2019 nur noch Vorschüsse, die nicht einmal 70% der Kosten decken. Wenn wir über den Abschluss eines Vertragsnachtrags ab 2018 verhandeln, beauftragen wir einen Anwalt, dem wir den Unterschied zwischen Lokal- und Regionalbahn erklären müssen. In den letzten Tagen wollten sie von uns sogar die ungerechtfertigten Kosten für nicht gefahrene Züge im Zusammenhang mit dem Sturm Sabine und für nicht gefahrene Züge, die wir im Zusammenhang mit der Einschränkung des öffentlichen Bahnverkehrs wegen Covid 19 nicht fuhren, „erstattet haben“. Als wenn wir alle von der Schmalspurbahn vielleicht etwas für Covid 19 und den Sturm Sabine könnten. Da bleibt einem der Verstand stehen.

Die jahrelangen Differenzen zwischen der Dampflok  JHMD und der Region Vysočina hinsichtlich der Finanzierung wurden ja hier schon oft behandelt ...
Gruß aus Weixdorf vom Bahnsteig
Seid nett zueinander  Heart
T
T
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#3
Danke, 

da wäre ich nicht drauf gekommen ...

Grüße vom

Prellbock
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#4
(03.06.2021, 17:08)wxdf schrieb: Die jahrelangen Differenzen zwischen der Dampflok  JHMD und der Region Vysočina hinsichtlich der Finanzierung wurden ja hier schon oft behandelt ...

"Hier" ist aber ganz bestimmt nicht der rechte Ort für solch "Behandlung". Denn selbst unter Weglassung der Sprachbarriere hat wohl allerhöchstens ein Mitglied dieses Forums (wenn überhaupt) etwas tieferen Einblick in diese Causa. Anhand irgendwelcher Pressemeldungen, egal welcher Seite, sich ein wirklich objektives Urteil zu bilden dürfte immens schwierig sein.

Insofern empfinde ich Deine Bewertung vom "Greinen" des Geschäftsführers schon als ziemlich grenzwertig. Cry
So eine Firma im Spannungsfeld zwischen (Verkehrs-)Politik und Wirtschaftlichkeit am Laufen zu halten verlangt auch ab und an nach Klartext gegenüber den Verwaltern öffentlichen Geldes.
_____________[Bild: kufr.gif]____________
                      ==== Alois N. =====
+++ Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken. (ML) +++
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#5
Dobrý den,

ich weiß nicht, wer der Benutzer hier im Forum ist, dennoch würde ich gerne auch noch etwas dazu schreiben: 

Die JHMD sind nach 2014 bereits zum zweiten Mal in finanziellen Nöten, auch in den Jahren zwischen 2014 und 2021 sind verschiedentlich verschiedene Probleme offenbar geworden. Es ist sehr schwierig, hier eine neutrale Position als Beobachter einzunehmen. Selbst für Aktionäre ist es übrigens problematisch, sich ein Bild zu machen, wie es denn um die Finanzen der Firma bestellt ist. Es gibt nämlich keine öffentlichen Jahresabschlüsse, geschweige Aktionärsversammlungen mehr. Großaktionäre werden immer mal darum "ersucht", doch ihre Aktien abzugeben. Dazu kommt, dass die JHMD nun 93 Mitarbeiter beschäftigen - was sogar mich erstaunt. Die Zahl der Angestellten war nämlich schon einmal deutlich niedriger, im Jahr 2015 haben viele Zugbegleiter ihre Kündigung bekommen, weil mit den M27 keine Schaffner mehr gebraucht worden waren. Selbst wenn man das Kaffeehaus in Neuhaus (J.H.) einrechnet, das die JHMD betreiben, weiß ich nicht, wie das sein kann. Allerdings: Insgesamt tragen nun schon drei Mitarbeiter denselben Nachnamen - Čajánek. Boris als Direktor und dessen beide Söhne einmal im Bereich Marketing und einmal im Bereich Technik - und dazu noch im Aufsichtsrat. Das könnte man schon kritisch sehen. 
Allerdings: Wenn nur die Hälfte dessen stimmt, was Čajánek kritisiert, ist das für sich schon ein Skandal. Nur dummerweise tragen auch die M27 immer noch ihr Scherflein dazu bei, denn die Region Vysočina ist mit Ausführung, Abrechnung und Einsatz schlichtweg nicht einverstanden. Dem Buche nach sind M27.002-M27.004 auf ihr Betreiben hin modernisiert worden, nicht ohne Grund steht der "Südböhme" M27.001 an der Seite. Da gibt es viel Zores und wenn sich selbst das Verkehrsministerium in Prag und auch Gerichte nicht damit beschäftigen wollen - es wird Gründe haben. Čajánek muss nur aufpassen: fordert er jetzt zu viel nach (in Südböhmen weht jetzt ein anderer Wind) kann es passieren, dass der Bumerang zurück kommt. Irgendwann ist die Geschichte von den ausbleibenden Zahlungen denn auch auserzählt, dann kann es irgendwann nicht mehr nur an den Regionen liegen. Und ja, schließlich ist auch der Streckenbetrieb durch die Správa Železnic eigentlich ein hausgemachtes Problem - wenn man vor 2016 und auch noch danach ein bisschen sorgfältiger mit den Betriebsvorschriften umgegangen wäre, wäre Chválkov nicht passiert und erst in Nachachtung der Unfalluntersuchung gab es ja die Anordnung, entweder selbständig aufzurüsten oder eben die "Profis" arbeiten zu lassen. Trotz der seit August 2020 bestehenden Vorschriften wird übrigens auf JHMD noch planabweichend gefahren. 

Soviel dazu. 
M.


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  • Alois Nebel, PKP-ST44
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