[CZ] 01.05.2019 - Alles heraus zum erschten Mai! (13 B)
#1
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Alles heraus zum erschten Mai!

Diesen Aufruf hatte man in großen Lettern an die Gefängnismauer geschrieben. Oder war's doch die Hundezwinger-Rückwand? Wie auch immer – als relativ reiselustiger Vierbeiner lässt man sich nicht zweimal bitten. Schon gar nicht zum Monatsersten.

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Pfoto 1:  Nein, das ist nicht der WR im EC 258, auch wenn dieser im Jahr 2019 eine Vielzahl von Abschiedsfahrten mit Abschiedsfrühstück über sich ergehen lassen muss. An diesem Tag scheint die Sonne (auch) in die Mitteldeutsche Reichsbahn.

Wie man sieht, ist meinereiner losgedackelt in der festen Überzeugung, zum Tag der Arbeit sei eine ebensolche Schutzbekleidung essentiell. Am Ende des Tages wird dann zu bilanzieren sein, dass diese Strategie im Wesentlichen zu einem bunten Hund führt. Und die Schutzwirkung, ähm, recht übersichtlich ausfallen wird.

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Pfoto 2:  Befördererwechselbehopfung in Cranzahl von Beförderer 1080 (DB) auf 1154 (ČD). Es wären also 1154 ml zu konsumieren und 1080 ml an der Getränkerückgabe abzugeben. Das gelingt uns nur mit leichtem Beschiss unter Berücksichtigung des Morgenkaffees. Beachtenswert ist darüber hinaus die fachliche Einschlägigkeit der ausliegenden touristischen Faltblätter.

Sonderlich beeilen müssen wir uns nicht – die abbringen sollende Brotbüchse arbeitet sich offenbar noch an hohem Verkehrsaufkommen aus dem Egertal auf den Erzgebirgskamm ab.

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Pfoto 3:  Mit +30' kommt sie hereingeschneit. Ob der Anschluss zur Erzbahn gen Norden noch abgewartet oder versemmelt wurde, ist inzwischen der Vergessenheit anheim gefallen.

Damit der mitgeführte Fahrrad-010 talwärts nicht arbeitslos wird, nisten wir uns auf dessen Rückbank (in Fahrtrichtung des abfahrenden Zuges) ein...

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Pfoto 4:  … und beobachten das Rangiergeschäft. Die optische Trübung ist (noch) nicht auf die erfolgte Behopfung zurückzuführen.

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Pfoto 5:  Während der Fahrt erzählt der Kunstlederbezug aus seinem ereignisreichen Arbeitsleben.

Von den anfänglich 30 Verspätungsminuten sind in Chomutov noch 24 übrig. Fünf davon nehmen wir mit in den abnehmenden Sp 1677, dessen diensthabender kufr sichtlich mit den Hufen scharrt. Glück gehabt – damit ist das Tagesziel nicht mehr in Gefahr.

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Pfoto 6:  Museale Ergänzung der Vorräte in Lužná u R, angesichts der spätwinterlichen Außen- (und auch Innen-) Temperaturen ergänzt um ein witterungsangepasst gekleidetes armes Würschtl, gelegentlich bissl frei übersetzt als „heißer Hund“.

So gestärkt begeben wir uns auf einen kurzen Rundgang. Dabei beschleicht uns jedoch zunehmend das Gefühl, ...

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Pfoto 7:  … etwas neben der Spur zu sein. Wie weiter unten noch zu sehen sein wird, werden die Auswirkungen der eingenommenen Grundnahrungsmittel auf die Bildqualität noch beträchtlich sein.

Leider können wir den beachtenswerten Umfang der Sammlung nicht ansatzweise würdigen, denn schon nach einer knappen Stunde ruft der Fahrplan zur Rückreise. Diese beginnt mit einem besonderen Schmankerl – konsultieren wir dazu das tagesaktuelle Schrifttum.

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Pfoto 8:  Der örtliche Fahrplanaushang – zweckmäßigerweise direkt am Triebfahrzeug angebracht – erweist sich leider als wenig zielführend.

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Pfoto 9:  Das erstbeste – nun ja, besser: erste bemühte Auskunftssystem erzeugt kurzzeitig hektische Betriebsamkeit: Wo müssen wir denn den Rufbus ab Rakovník bestellen?

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Pfoto 10:  Sicherheitshalber verifizieren wir das bei einem weiteren Auskunftsanbieter, der thematisch näher am örtlichen Geschehen zu sein scheint. So sieht das doch schon viel beruhigender aus.

Freilich bildet auch der letzte Fahrplanausriss (rrrrh...) nicht die ganze Wahrheit ab. Schuld daran ist aber wohl eher der faule Hund, der den elektronischen Fahrplanstoff nicht aktualisiert hat. Dadurch weiß die elektronische Maschine natürlich nicht, dass der R 1570 heute über Beroun-Závodí (Kopf) – Rudná u Prahy umgeleitet wird. Das liegt aber nicht an einem arbeitsunwilligen Fahrleitungsmast, sondern an einer besonders arbeitswilligen Bauameise im Berounka-Tal.

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Pfoto 11:  Fahrtrichtungswechsel ohne Verkehrshalt im Bahnhof Beroun-Závodí. Die Unschärfe ist auf den Behopfungsgrad des Lichtbildners zurückzuführen.

Der besondere Laufweg in die Hauptstadt wird dort mit einer ganz besonderen Empfangszeremonie gewürdigt:

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Pfoto 12:  Bahnhof Praha-Smichov. Der eingefahrene Zug R 1570 Rakovnický rychlík des Betreibers KŽC Doprava fährt nach Beendigung des Aussteigens der Reisenden sofort weiter nach Praha hl. n. Fahrdienstleiter

Während die Lok- und Zugpersonale sich um die Reiseketten ihrer Fahrgäste und das eigene Nervenkostüm kümmern, lassen wir uns von einer unbekannten, aber dafür nicht fehlgeleiteten Klapperschlange auf der Linie 5 zur Husinecká und weiter von den eigenen Beinen zum Hauptbahnhof befördern.

Der Tag klingt aus, wie ganz am Anfang schon angedeutet: bei einer der zahlreichen Abschiedsfahrten im WR des EC 259, die das Fahrplanjahr 2018/19 präg(t)en.

Falls sich an dieser Stelle jemand fragt, wieso wir heute den Kollegen Slon gar nicht dabei haben:

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Pfoto 13:  Da isser und überrascht uns – mitten im Vítkovský tunel – mit der freundlichen Frage nach unseren Beförderungsdokumenten. Er ist einer von den vielen, die den „Tag der Arbeit“ auf diese Weise verbringen.

Und damit ein herzliches Grußgebell an alle, die heute arbeiten dürfen, wollen, können und/oder müssen. Und an alle anderen natürlich auch.
Au-Au / Bau-bau / Blaf-blaf / Boj-boj / Bow-wow / Гаф-гаф / Haff-haff / Hau-Hau / Ouah-ouah / Vov-vov / Wuff-wuff
Folgende Nutzer haben sich bei pan pes für diesen Beitrag bedankt:
  • bahnsachse, Martin L., rich810, Spejbl, ungarische Methode, wxdf
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#2
Guten Abend,

in dem Zusammenhang war eine mit "Heraus zum 1. Mai" bekleisterte Friedhofsmauer einst ein echter Hingucker. Leider nicht nachweisbar dokumentiert. 

Grüße vom

Prellbock
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