26.1.1909: Böse Wölfe bedrohten Streckenmeister
#1
Big Grin 
Auf https://www.vlaky.net/zeleznice/spravy/8...-divocine/ wird eine erschröckliche Geschichte aus einer Zeitung zitiert, wobei die Frage ist, ob der Journalist da übertrieben hat, denn heutzutage wird immer wieder geschrieben, Wölfe wären eher scheu und würden den Menschen ausweichen:

"Von Fenyvesvölgyu aus schreibe ich für die Zeitung Magyrország: Am 26. dieses Monats machte sich der örtliche Streckenmeister der Ungarischen Staatsbahn um halb neun Uhr abends bei 25 Grad Frost auf den Weg zu einer regelmäßigen nächtlichen Kontrolle, die einmal pro Woche durchgeführt wird. Auf seinem Gleis-Dreirad fuhr er vom Bahnhof Fenyvesvölgy los und wollte zum Bahnhof Csontos, der die Grenze seines Abschnitts darstellt.
Zwischen den Stationen Határhegy (Zahorb) und Malomrét sah er sich einem siebenköpfigen Wolfsrudel gegenüber. Die Wölfe kamen zunächst hintereinander, und als sie sich ungefähr auf 150 Schritt genähert hatten, stellten sie sich in einer Angriffslinie auf und liefen mit einem gespenstischen Heulen auf den Streckenmeister zu. Der hatte dabei nicht einmal genug Zeit, um mit seiner Draisine zu einem Platz zu gelangen, wo er sich retten könnte. Es gab nämlich kein Haus oder Bäume in der Nähe. Sein einziges Glück war, dass ihm seine rote Laterne noch nicht den Dienst versagt hatte.
Währenddessen umgab ihn das Wolfsrudel und begann ihn in einem Abstand von 8-10 Schritten so zu umkreisen, dass er sich nicht weiter bewegen konnte. Er feuerte Kugeln aus seinem Browning-Revolver ab, und es waren diese 12 Schüsse, die es ihm wenigstens ermöglichten, das 50 Meter entfernte Vorsignal mit dem Dreirad zu erreichen. Dann kam der kritischste Moment. Aus Angst, dass zusätzlich zu den angreifenden Wölfen jeden Moment der entgegenkommende Zug 5404 auftauchen und ihn auf der Draisine töten könnte, zog er seine Streichhölzer heraus und während er eins anzündete, sprang er zum Vorsignal und stieg schnell hinauf. Dabei ließ er die rote Laterne auf dem Dreirad.
Er selbst fühlte sich auf dem Höhepunkt des Vorsignals endlich sicher, aber jetzt machte er sich Sorgen um sein Dreirad, den sich nähernden Zug und seine Passagiere, falls der Lokführer für einen Moment seine Aufmerksamkeit verlöre und das Hindernis auf der Strecke zu spät bemerkte. Die Wölfe bewegten sich nicht einmal von dem Ort weg, erst später, mit dem Geräusch und dem Zischen des Dampfes des sich nähernden entgegenkommenden Zuges, zogen sie sich zurück. Dem Streckenmeister gelang es, den Zug so anzuhalten, indem er mit dem letzten Streichholz, das er in der Schachtel gelassen hatte, sein Taschentuch anzündete, damit er dem entgegenkommenden Zug ein Signal geben konnte, was ihm schließlich gelang.
Den halb erfrorenen Streckenmeister half dann das Zugpersonal vom Vorsignal nach unten, stellte sein Dreirad außerhalb des Gleises auf und brachte ihn mit dem Zug zu seinem Haus, wo er jetzt krank im Bett liegt, auch wegen des überstandenen Erlebnisses und des anderthalbstündigen Kampfes um sein Leben. Die Menschen in der ganzen Umgebung sind hier wegen der Wölfe nicht einmal auf einen Schritt sicher. Dem Postboten haben sie im August den Hund vom Hof geholt und jetzt töten sie das Wild  im Wald in großer Zahl."
Gruß aus Weixdorf vom Bahnsteig
Seid nett zueinander  Heart
T
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#2
(15.04.2021, 17:43)wxdf schrieb: ... Fenyvesvölgyu ... Csontos ... Határhegy ... Malomrét ...

Da will uns einer belehren, die aktuellen Bezeichnungen aller Örtlichkeiten zu verwenden. Verteilt sein Wissen über diese aktuellen Namen auch gern per verwunschenem Modertoreneingriff.

Aber wie sonderlich:
Eben dieser verschweigt uns, daß diese Geschichte sich am Anfang des vorigen Jahrhunderts in den Tiefen des Karpatenbogens zugetragen haben soll, genauer am Usch, in dessen Tannentale auch die Geschichte darniedergeschrieben wurde - in einem Ort mit Bahnhof und Haltepunkt. Mich verwundern die Ortsbezeichnungen, welche vielleicht ein ungarischer Landkartendienst finden würde ...

Die Bahnhöfe der Geschichte unterdessen werden noch von der ein oder anderen Elektritschka angedient. Die knöcherne Grenze des Streckenbezirks vom furchterschrockenen Meister, welchen er ob der Begegnung mit den Isegrims zwischen Grenzhübel und Mühlenau nicht erreichen konnte, lag etwa 11 km vom "Heimbahnhof" entfernt ...
[Bild: auto.gif] erzeugt [Bild: smrt.gif]
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