Randthema : Das Gespenst ECM
#1
Über 200 Firmen haben weiterhin kein Wartungs-Zertifikat, ihnen droht die Abstellung der Bahnfahrzeuge

Im Falle eines Unfalls aufgrund eines schlechten technischen Zustands wird das ECM untersucht.

Es ist eine neue Verpflichtung, die sich aus dem sogenannten IV. Eisenbahnpaket der Europäischen Union ergibt. Die obligatorische Zertifizierung des Wartungssystems, die bisher nur für Güterwagen galt, wurde auf alle Schienenfahrzeuge ausgedehnt, also auch auf Lokomotiven, Triebzüge, Personenwagen und Spezialfahrzeuge. Und mitten in der zweijährigen Frist für die Zertifizierung kann gesagt werden, dass die tschechischen Betreiber die neue Verpflichtung einstweilen ignorieren. Dies ergibt sich aus den Daten der Eisenbahnbehörde.
Die Verpflichtung gilt für Unternehmen, die im Fahrzeugregister als ECM aufgeführt sind, das heißt die für die Fahrzeugwartung verantwortliche Stelle (Entity in Charge of Maintenance). Neu müssen praktisch alle Personenverkehrs-EVU über ein Zertifikat verfügen, da sie in der Regel auch als ECM fungieren. Dies gilt auch für Bauunternehmen oder Anschlussgleisbetreiber, deren Lokomotiven bis ins öffentlichen Eisenbahnnetz hineinfahren. Die Güter-EVUs sind bereits zertifiziert.
"Bisher hat kein neues Unternehmen aus den betroffenen Gebieten eine Zertifizierung beantragt, was wir als alarmierend betrachten. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Zulassung aller Schienenfahrzeuge, deren ECM-Subjekt ab dem 16. Juni 2022 nicht zertifiziert sein wird, aufgehoben wird und diese Schienenfahrzeuge nicht mehr betrieben werden können “, sagte der Sprecher der Bahnbehörde Pavlína Straková.
Die Eisenbahnbehörde schätzt, dass die Zahl der Unternehmen, für die eine Zertifizierung erforderlich ist und die diese noch nicht beantragt haben, bei etwa 200 liegt. Daher wandte sie sich mit einem Schreiben an die Unternehmen, in dem sie aufgefordert wurden, mit der Zertifizierung zu beginnen. "Der Zertifizierungsprozess ist lang und kann nicht bis zur letzten Minute aufgeschoben werden", fügte Straková hinzu. Die Zertifizierung des Wartungssystems dauert mehrere Monate.
Die einzige erwartete Ausnahme, die nach diesem Datum nicht mehr der Zertifizierungspflicht unterliegen sollte, sind Fahrzeuge, die als historisch registriert sind. Voraussetzung für diese Ausnahme ist jedoch, dass die derzeit diskutierte Änderung des Eisenbahngesetzes zu diesem Zeitpunkt in Kraft tritt.
Das ECM garantiert, dass der Betrieb eines bestimmten Fahrzeugs sicher ist. Im Falle eines Unfalls aufgrund eines schlechten technischen Zustands wird das ECM untersucht. Und im schlimmsten Fall für einen Fehler bei der Erfüllung seiner Pflichten bestraft. Das Zertifikat, mit dem bestätigt wird, dass das Wartungssystem ordnungsgemäß eingerichtet ist, wird für maximal fünf Jahre ausgestellt, für Erstantragsteller für maximal drei Jahre. Bisher haben es 50 Subjekte im Inland.
Die einzige Zertifizierungsstelle für ECM in der Tschechischen Republik ist die Eisenbahnbehörde. Der Zertifizierungsprozess selbst ist kostenlos.


https://zdopravy.cz/strasak-ecm-na-200-f...del-78386/
Gruß aus Weixdorf vom Bahnsteig
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#2
Guten Abend werte Leser,

da hänge ich den Artikel hier gleich mal an - Beitrag vom heutigen 11.04. - "Zwei Mrd. drüber. Die Zertifizierung wird einen weiteren Einschnitt in das Wirtschaftsführung der ČD machen".

Die Instandhaltungskosten der Fahrzeuge der ČD betrugen bisher 4 Mrd. Kronen jährlich, aber der Euro-amtliche Eingriff wird sie aber um die Hälfte erhöhen.

Während das Bahnamt Alarm schlägt, dass es die Personen-EVU nicht schaffen werden bis Juni 2022 das neue verbindliche Wartungszertifikat zu erlangen, haben die Betreiber damit verbundene erheblich höherer Kosten zu lösen. Und in erster Reihe die ČD, die dabei ggw. Einsparungen bei allen ihren Aktivitäten sucht.

Die Zertifizierungsverpflichtung betrifft Firmen, die im Fahrzeugregister als ECM aufgeführt sind, somit die für die Instandhaltung der Fahrzeuge verantwortliche Stelle (Entity in Charge of Maintenance). "Der Übergang zum ECM bedeutet die Verpflichtung der Aufnahme neuer Standards der Reparatur und Instandhaltung der Fahrzeuge, die die geltende Gesetzgebung der EU widerspiegeln. In deren Folge wurden die internen Instandhaltungsvorschriften angepasst, deren Implementierung die Gesamtkosten für Reparatur und Instandhaltung der Schienenfahrzeuge erhöht," merkte die Sprecherin der Bahn, Gabriela Novotná, an.

Die Instandhaltungskosten der Fahrzeuge der ČD betrugen bisher 4 Mrd. Kronen jährlich. Mit dem Übergang auf die neue EU-Gesetzgebung (sogenanntes IV. Eisenbahnpaket) werden sich laut Novotná die Kosten der ČD auf diesem Gebiet in den Jahren  2021 und 2022 jährlich ca. um die Hälfte erhöhen. Das stellt einen Kostenanstieg um 2 Mrd. je Jahr dar. Den eigentlichen Prozess der Zertifizierung für die Instandhaltung der Loks und Reisezugwagen will die ČD im Herbst beim Bahnamt aufnehmen.

Die verbindliche Zertifizierung des Instandhaltungssystems hat bisher nur die Güterwagen betroffen, mit dem IV. Eisenbahnpaket wurde es aber auf alle Schienenfahrzeuge ausgeweitet, somit auch auf Loks, geschlossene Einheiten, Reisezugwagen und Spezialfahrzeuge. Die Zeit für die Zertifizierung, die für sich selbst kostenfrei ist, gilt bis Juni 2022.

Für die EVU führt man die Verpflichtung, die die Kosten für die Instandhaltung erhöhen, in der am wenigsten günstigen Zeit ein. Die ČD kam letztes Jahr um 35 % der Reisenden und um 4 Mrd. bei den Umsätzen. Besser klappt es auch dieses Jahr nicht. Sie sucht deshalb  Einsparungen, wo sie kann (bissel frei).

Die Verpflichtung gilt auch für weitere EVU, diese sind aber vorerst nicht sehr mitteilsam. "Die ECM-Zertifizierung behandeln wir schon einige Monate, die internen Vorbereitungen für die Realisierung des gesamten Prozesses laufen und anschließend planen wir das Koordinieren unseres Vorgehens auch mit dem Bahnamt," gab der Sprecher von RegioJet, Aleš Ondrůj, an. Laut ihm kann man die Kosten vorerst nicht spezifizieren. "Es ist nötig abzuwarten, bis sich eine Reihe von Dingen klären," ergänzte Ondrůj.

Auch Arriva bereitet die Dokumentation für  das Einreichen des Antrags zur Zertifizierung vor. Auch deren Sprecher, Jan Holub, war jedoch bei der Kostenfrage nicht mitteilsamer als Ondrůj.


Link zu Zdopravy

Grüße vom

Prellbock
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