Die Tücken der Liberalisierung der Eisenbahn
#1
Lightbulb 
Auf https://www.vlaky.net/fotoblog/1387/na-j...jke-husto/ hat sich aus drei Sichtungsfotos eine umfangreiche Diskussion entwickelt.
Während sich die Slowaken beim Personenverkehr hinsichtlich Liberalisierung sehr schwer tun, ist das beim Güterverkehr anders.
Wenn man nun bei einer Streckenverlegung zwischen Púchov und Považská Bystrica vorübergehend nur ein Gleis zur Verfügung hat, sammeln sich vor dem Nadelöhr Züge oder Loks auf beiden Seiten an.
Zu Zeiten der unitären Eisenbahn war es kein Problem, eine einzelne Lok mit einem Zug mitzunehmen, aber wenn mehrere Unternehmen beteiligt sind, kann das funktionieren ?
Jedes Unternehmen hat seinen Disponenten, die miteinander reden müssen, dann muss der eine dem anderen für das Entgegenkommen was bezahlen, eine bestellte Trasse muss abbestellt werden usw. usf.
In der Zeit, wo man miteinander redet, wären vielleicht schon sowohl der Zug als auch die einzelne Lok schon weggefahren.
Während in der Diskussion die Skeptiker überwiegen, beschreibt ein Fahrdienstleiter :

Ich habe es einmal geschafft, aus der Position eines Fahrdienstleiters eine solche Utopie zustande zu bringen.
EVU 1 steht schon lange mit einem Pn-Zug in meinem Bahnhof, EVU 2 ist gerade mit einer Lokleerfahrt angekommen. Ich rief den Disponenten von EVU 2 an, dass aufgrund der Verkehrssituation hier der Lokzug frühestestens in 2 Stunden weiter fahren kann. Wenn jedoch mit EVU 1 vereinbart wird, die Lokomotive ans Ende des Pn-Zugs anzuhängen, können beide in einer halben Stunde  weiterfahren (so hatte ich es mit dem Nachbarbahnhof vereinbart).
Die Telefonnummer des Disponenten des EVU1 wurde der Disponentin des EVU2 von mir übermittellt. Innerhalb von 20 Minuten rief die Disponentin vom EVU 2 an, OK, ist geklärt. Die Lokomotive fuhr ans Ende des Pn, Anhängen, Bremsprobe und nach ungefähr fünf Minuten Wartezeit auf den gegenüberliegenden Zug ging es weiter Smile
Und der Zielbahnhof beider Züge war sogar im Ausland.
Es hat mir geholfen, dass ich diese Lok losgeworden bin, wir haben dem EVU2 Zeit gespart und es hat das EVU1 fast nichts gekostet. Ich habe keine Ahnung, ob und wie sich die EVU dann geeinigt haben. Natürlich war keines von ihnen ZSSK Cargo Smile

War das nun eine rühmliche Ausnahme, oder kommt das immer wieder mal vor ?

Dass es immer auf alle Beteiligten ankommt, beschreibt ein Lokführer auf anderem Gebiet :

Nehmen wir mal an, dass jemand seinen Verstand gebrauchen muss, andere ihre Füße vom Tisch bekommen müssen ... Dies sind Dinge, die es sehr schwierig machen, zurechtzukommen. Alle Achtung für Ausnahmen. Aber die Regel ist, dass, wenn für eine gute Arbeit 7 Leute gebraucht werden, 6 von ihnen ihren Teil großartig leisten, aber der siebte faul ist und ihn alles nicht interessiert,sind die Bemühungen der sechs zunichte gemacht. Ein Beispiel vor etwa 10 Jahren. Noch in der ZSSk-Ära hatte ich einig ECs von Štúrovo nach Břeclav. Ausnahmsweise musste umgespannt werden. Ich hatte die Pershing abfahrbereit, der Fahrdientleiter war großartig, überall ohne Probleme, der Zugführer großartig, die Papiere sofort geliefert ... Der Rangierer? Er kam 5 Minuten nach der Abfahrtszeit an und zog sich unterwegs noch an. Verspätung 10min, die Anstrengung von dreien im Eimer und der war zufrieden, die Zeit vergeht ...
Gruß aus Weixdorf vom Bahnsteig
Seid nett zueinander  Heart
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