Was man in der Slowakei so unter einer "Rieseninvestition" versteht
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Shocked 
Das Ministerium für Verkehr und Bau (MDV) der Slowakischen Republik genehmigte die Unterlagen für die Bekanntgabe einer Ausschreibung zur Modernisierung der Eisenbahnstrecke im Abschnitt Čadca - Grenze zwischen der Slowakei und der Tschechischen Republik.

Am Montag kündigten die Eisenbahnen der Slowakischen Republik (ŽSR) eine öffentliche Auftragsvergabe für ein Projekt an, das sie aus zwei Eurofonds-Quellen finanzieren wollen. Der Bau könnte im nächsten Frühjahr beginnen. Ivan Rudolf, ein Sprecher des Verkehrsministeriums, informierte darüber. Die Gesamtlänge des modernisierten Abschnitts, der Teil zweier europäischer Korridore ist, beträgt 4,9 km. "Letztes Jahr haben wir es geschafft, Zugverbindungen nach Čadca hinzuzufügen. Wir wissen, dass die Einheimischen den Schienenverkehr sehr intensiv nutzen. Daher freue ich mich, dass wir ein weiteres Projekt vorbereiten, das dies verbessern wird. Ich gehe davon aus, dass wir die Ausschreibung noch in diesem Jahr abschließen werden, damit wir im nächsten Frühjahr mit den Bauarbeiten beginnen können ", sagte Verkehrsminister Andrej Doležal (Mitglied der Partei "Wir sind eine Familie").
Das Projekt "ŽSR, Modernisierung des Korridors, Staatsgrenze CR / SR - Čadca - Krásno nad Kysucou (außerhalb), EisenbahnStrecke, 3. Etappe" umfasst die Modernisierung der zweigleisigen, elektrifizierten Strecke auf eine Geschwindigkeit von 120 km / h mit Erneuerung des Eisenbahnober- und Unterbaus, den Bau von Lärmschutzwänden und modernen Sicherheitsvorrichtungen. Laut MDV wird auch die Verlagerung und Erneuerung der einzigen Haltestelle an der Strecke - Svrčinovec - ein Teil davon sein. Beispielsweise werden neue Bahnsteige, Passagierunterstände, Beleuchtungs- und Informationssysteme hinzugefügt. Auf der Strecke werden neue Durchlässe, Unterführungen, Brücken gebaut und einige bestehende Bahnübergänge aufgelassen. "Ich freue mich sehr, dass die Region Kysuce einen weiteren wichtigen Meilenstein erlebt. Ich schätze, dass der Verkehrsminister nicht nur der Autobahn D3, sondern auch dem Projekt der Modernisierung der Eisenbahnstrecke große Bedeutung beimisst. Dies ist ein bedeutender Anreiz für den Schienenverkehr in unserer Region, der in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle für die Fahrgäste spielen wird ", sagte Jozef Mozol, Berater des Verkehrsministers der Region Kysuce.
Das Projekt ist zur Finanzierung in zwei Abschnitte unterteilt. Abschnitt A repräsentiert den Abschnitt Čadca - Svrčinovec zastávka. Für ihn wurde bereits 2020 eine Finanzierungsvereinbarung aus dem Instrument „Connecting Europe“ (CEF) und dem Staatshaushalt unterzeichnet. Der Gesamtbetrag des Zuschusses beträgt fast 47 Mio. EUR, wovon der EU-Beitrag 39,88 Mio. EUR und der Staatshaushaltsbeitrag 7,04 Mio. EUR beträgt. Mit dem Zuschuss wird auch die Bauaufsicht finanziert, die jedoch Gegenstand einer gesonderten öffentlichen Auftragsvergabe sein wird.
Abschnitt B repräsentiert den Abschnitt von Svrčinovec bis zur Staatsgrenze der Tschechischen Republik / Slowakei. Für diesen Abschnitt ist eine Finanzierung aus dem Betriebsprogramm für integrierte Infrastruktur geplant. Der Plan wurde für einen geschätzten Betrag von 31 Mio. EUR genehmigt. Das Verkehrsministerium plant, noch in diesem Jahr eine Finanzierungsvereinbarung zu unterzeichnen.
Beide Abschnitte können bis Ende 2023 Mittel aus EU-Mitteln beziehen. Die Bauarbeiten werden gleichzeitig für den gesamten Abschnitt durchgeführt und ihre Dauer wird auf 25 Monate geschätzt.

https://transport.sk/spravy/zeleznicna-d...ernizacia/

Eine "Rekonstruktion auf 120 km/h" dürfte bei uns wohl nur ein müdes Lächeln hervorrufen. Außerdem wird auf vlaky.net immer wieder geklagt, dass im Netz ständig neue POTR (="vorübergehende Begrenzung der Streckengeschwindigkeit") hinzukommen, für deren Beseitigung man kein Geld hat und man diese erst mal beseitigen sollte, anstatt große Investitionen in Angriff zu nehmen.
Hinzu kommt noch das momentane Kasperletheater in der slowakischen Politik, was voraussichtlich zu Neuwahlen und damit zu einem anderen Verkehrsminister führen wird, der möglicherweise wieder andere Prioritäten setzt.
Am Freitag ist nämlich der Gesundheitsminister zurückgetreten, weil ihm Versagen im Kampf gegen COVID-19 vorgeworfen wurde und er einen Sturz der Regierung verhindern wollte. Während er als Arzt kompetent für sein Ressort war, hat man den Finanzminister Angel  veranlasst, dieses Ministerium interimsmässig mit zu übernehmen. Und da der Wirtschaftsminister den Premier für unfähig hält und vergeblich dessen Ablösung fordert, will er am Montag mitsamt seinen Parteikollegen auch zurücktreten.
Gruß aus Weixdorf vom Bahnsteig
Seid nett zueinander  Heart
T
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  • jm f, PKP-ST44
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