Streckenverkauf Královec – Žacléř? (m. 1 Link)
#1
Guten Abend werte Leser,

das Netz möchte ein wenig was verkaufen - Beitrag vom heutigen 19.02. - "Die SŽ plant den Verkauf einer Strecke, auf der der reguläre Verkehr vor 12 Jahren endete".

Aus der öffentlichen Verwaltung hat niemand Interesse an der Strecke bekundet, die SŽ kann jetzt 3 Verkaufsrunden nutzen.

Die SŽ gibt eine weitere Strecke in den Verkauf. Sie bereitet das Auswahlverfahren für den 5 km langen Abschnitt Královec – Žacléř im Trutnover Gebiet vor. Die Region, die Gemeinden und andere aus Steuermitteln finanzierte Organisationen bekundeten an der Strecke kein Interesse.

Es handelt sich um eine Strecke, auf der seit dem Jahr 2009 keine Züge im regulären Verkehr fahren, auf der Strecke taucht bisweilen ein Sonderzug der Eisenbahnfans auf. Schon im Jahre 2010 beantragte die SŽ Stilllegung des ganzen Abschnitts. Dann nahm sie den Antrag zurück, weil Interessenten zur Übernahme und Betreiben der Bahn auftauchten.

"Nach der Veröffentlichung des Angebots der Bahn Královec–Žacléř auf dem Portal der öffentlichen Verwaltung hat sich in der gesetzlichen Frist kein Interessent gemeldet," führte der Sprecher der SŽ, Dušan Gavenda, an. Laut ihm bereitet sich die SŽ deshalb auf die Ausschreibung des öffentlichen Wettbewerbs für den Verkauf der Bahn vor. "Bei regulären Verlauf erwarten wir den Aufruf zum öffentlichen Wettbewerb bis Ende des 1. Quartals diesen Jahres," ergänzte er.

Die Strecke entstand im Jahre 1882 als Abzweig von der früher errichteten Strecke aus Trutnov ins polnische Lubawka. Das Komplizierte bei ihrer Nutzung ist die Trassierung. Žacléř ist verwaltungsmäßig nach Trutnov ausgerichtet, wohin eine wesentlich schnellere Verbindung über die Straße existiert, darüber hinaus bereitet man in dem Gebiet den Bau der Autobahn D11 vor.

Die lange Suche nach Käufern für Lokalbahnen

Der Preis wird gemäß eines Expertengutachtens festgelegt. Erfahrungen aus den letzten Wettbewerb zeigen, dass man in der ersten Runde gewöhnlich keinen Interessenten findet, die tauchen erst in den weiteren Runden mit gesenkten Preisen auf. So gelang es der SŽ kürzlich einen Käufer für die Strecke Hrušovany nad Jevišovkou – Hevlín (sie kaufte die Gemeinde Hevlín) und die Strecke Čejč – Uhřice (sie kaufte eine private Firma). Andersherum fand sie für die Lokalbahn Velká Kraš – Vidnava im Gebiet Jeseník keinen Käufer.

Die tschechische Eisenbahn hat auch weitere Beispiele der Privatisierung (wörtlich Entstaatlichung) von Strecken. Seit dem Jahr 2007 ist z.B. die Strecke Česká Kamenice – Kamenický Šenov, die die Gesellschaft KŽC in privaten Händen. Im Jahre 2016 kaufte die Gesellschaft AŽD Praha die Strecken  Čížkovice – Obrnice und Kopidlno – Dolní Bousov vom Staat. Im Eigentum eines Gemeindeverbunds ist die Strecke von Šumperk nach Kouty nad Desnou, die sich durch das Tal des Flüßchens Desná im Jeseníker Gebirgsvorland schlängelt. Eine Privatisierung durchlief in der 90er Jahren auch die Schmalspurbahnen von Jindřichův Hradec, die der neue Eigentümer  (JHMD a.s.) von der damaligen ČD für eine Krone kaufte.

Die SŽ kann gemäß eines Regierungsbeschlusses aus dem Jahre 2010 beim Verkaufsprozess 3 Runden nutzen, wobei der Preis schrittweise sinkt. Z.B. der Preis der 4,6 km langen schlesischen Lokalbahn von Velká Kraš nach Vidnava sank in der zweiten Runde auf etwas über eine Mio. Kronen. Wenn sich niemand findet, der geneigt ist für die Strecke zu bezahlen, folgt ein Angebot zur kostenlosen Überleitung auf die Armee und zu guter Letzt an die Selbstverwaltung.

Erst nach deren Ablehnung geht die Strecke in die Stilllegung (oder wäre das schon die Entwidmung?). Seit der Genehmigung des Regierungsbeschlusses im Jahre 2010 kam es zu keiner Entwidmung einer Strecke, die erste könnte die zugewachsene und halb abgebaute Lokalbahn von Mladotice nach Kralovice werden.


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Grüße vom

Prellbock
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#2
(20.02.2021, 01:06)Prellbock schrieb: ... die Strecke Čejč – Uhřice (sie kaufte eine private Firma).

Na hoffentlich kein Schienenverwerter ...

Zitat:... Jeseníker Gebirgsvorland  ...

Hmmm. Jeseníker Gebirge klingt als Mischsprachenform merkwürdig (man wähnt den Bezug zu Jeseník, der Stadt). Wenn dann eher Jeseniky-Gebirgsvorland - oder (da sich direkt anschließend) Hrubý Jeseník Gebirgsvorland bzw. Altvatergebirgsvorland).

Als tschechischer Eigennamen kann m.E. auch Jesenické podhůří stehen bleiben. Als Teil der Krkonošsko-jesenické podhůří, auch Sudetské podhůří (Sudetenvorland), vorgelagert der Jeseníker Oblast, auch Východní Sudety (Ostsudeten), könnte Ostsudetenvorland eine deutsche Übertragung für Jesenické (oder Východní Sudetské) podhůří (poln. Przedgórze Sudeckie Wschodnie) sein.

Zitat:Erst nach deren Ablehnung geht die Strecke in die [i]Stilllegung (oder wäre das schon die Entwidmung?). ...[/i]

Interessante Frage: Wenn das EIU die Bahnstrecke nicht mehr betreibt (betreiben muß), existiert sie dann als solche noch - oder nicht?


Ahoj
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