Chinesen helft! Es gibt keinen Markt als 810-Ersatz
#1
Big Grin 
Die Tschechische Eisenbahn hat das gleiche Problem wie das ungarische EVU. Sie hat keine Nachfolger für Triebwagen der Baureihe 810

Die Ungarn beschlossen, gemeinsam mit den Chinesen das faktisch nicht vorhandene Angebot an leichten Triebwagen für Lokalbahnen auf dem europäischen Markt zu klären. Das ungarische staatliche EVU MÁV hat mit dem chinesischen Hersteller CRRC einen gemeinsamen Plan zur Entwicklung und Herstellung kleiner Triebwagen (DMUs) für Nebenstrecken unterzeichnet.

Die sogenannte Absichtserklärung folgte vorläufigen Marktkonsultationen. "Die Parteien werden Anstrengungen unternehmen, um eine nachhaltige und naturfreundliche Mobilität in einer Weise zu fördern, die die Erwartungen und Regeln der Europäischen Union respektiert", heißt es in dem Memorandum. Die neuen DMUs sollen unter anderem niederflurig sein.

Die neuen Triebwagen sollen größtenteils in den MÁV-Start-Werkstätten in Szolnok hergestellt werden, um die ungarischen Techniker und Arbeiter optimal zu nutzen. Primäres Ziel ist es, die Zukunft des Betriebs auf Nebenstrecken (ca. 2.300 km) zu sichern, auf denen alte tschechoslowakische Triebwagen aus der ersten Hälfte der 1980er Jahre langsam ausgedient haben. Es ist eine Mutation der legendären tschechischen Serie 810, über 200 Stück wurden nach Ungarn geliefert.

Die Tschechische Eisenbahn hat das gleiche Problem wie das ungarische EVU. Niemand meldete sich auf die Ausschreibung für Triebwagen für etwa 70 Passagiere (DMU70), und die Marktkonsultationen zeigten, dass kein europäischer Hersteller plant, sie in das Produktionsprogramm aufzunehmen. Hunderte von leichten 810-Triebwagenn und ihre modifizierten Versionen haben auch bei den tschechischen Lokalbahnen ausgedient. Nach Angaben des stellvertretenden Leiters der Tschechischen Eisenbahn Jiří Ješeta ist ihr Betrieb nach 2030 nicht mehr geplant.

Die Tschechische Eisenbahn erwägt daher auch den ungarischen Weg. "Wenn wir nicht selbst an der Entwicklung teilnehmen, wird niemand mit der Entwicklung beginnen", sagte Ješeta, der für den Personenverkehr zuständig ist, der Tageszeitung Zdopravy.cz kürzlich in einem Interview.

Hoffnung kam kürzlich auch aus Großbritannien, wo das Revolution VLR-Konsortium (Very Light Rail) einen Prototyp eines leichten Triebwagens entwickelte, der Diesel- und Batterieantrieb kombinieren soll. Der Verband rechnet damit, dass der Prototyp in der ersten Jahreshälfte fertiggestellt und die Tests beginnen werden. Die Kapazität soll 56 Sitzplätze umfassen, was der Baureihe 810 entspricht.

https://zdopravy.cz/madarum-s-novym-moto...bus-72311/
Gruß aus Weixdorf vom Bahnsteig
Seid nett zueinander  Heart
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#2
(31.01.2021, 08:45)wxdf schrieb: Hoffnung kam kürzlich auch aus Großbritannien, wo das Revolution VLR-Konsortium (Very Light Rail) einen Prototyp eines leichten Triebwagens entwickelte, der Diesel- und Batterieantrieb kombinieren soll. Der Verband rechnet damit, dass der Prototyp in der ersten Jahreshälfte fertiggestellt und die Tests beginnen werden. Die Kapazität soll 56 Sitzplätze umfassen, was der Baureihe 810 entspricht.

Ahoj Helmut,

so schaut dieser Mini-Triebwagen mit Biomüll-Antrieb von außen und von innen aus:

[Lok-Report]

Das wäre für Böhmen, Mähren und Tschechisch-Schlesien ein weiterer Verlust von Nebenbahn-Romantik, die man dann wohl nur noch im touristisch-historischen Verkehr erleben kann.
Sad

S přátelským pozdravem

Zamračená
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#3
Moin,

so ein englischer Hochflurer würde nicht wirklich an ungarische und böhmische Dorfbahnsteige passen.
Die aktuellen Kollisionsvorschriften dürften ihren Teil dazu beitragen, dass es hier auf dem Kontinent keine vierachsigen Neuentwicklungen mehr gibt - von Zweiachsern ganz zu schweigen. Pesa hatte mal einen Einteiler als Prototyp gezeigt, von dem habe ich seit der Innotrans-Präsentation nichts mehr gehört.
Das sinnvollste wäre vermutlich, wenn die ČD sich mit MÁV-Start zusammentäten.

Viele Grüße
Sören
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